Meine Kameraausrüstung für die Reise

Nachdem ich in vergangenen Zeiten schon viele Worte über die Vor- und Nachteile verschiedener Kamerakategorien für die Reisefotografie verloren habe, ist es nun an der Zeit, mal ein wenig über meine Kameraausrüstung, die ich üblicherweise so dabei habe, zu plaudern.

Meine Hauptfotoausrüstung stammt aus dem Hause Canon. Ich hätte auch genauso gut auf Nikon oder Sony setzen können. Ausschlaggebend war vor knapp zehn Jahren, dass mein Vater bereits Canon-Objektive besaß. Und da war die Entscheidung natürlich nicht mehr schwer. Canon ist nicht besser oder schlechter als irgendeine andere Marke. Wie ich in diesem Beitrag schon schrieb, die Kamera ist ein Werkzeug, das Dir die Möglichkeit bietet, gute Fotos zu machen. Aber machen tust sie immer noch Du selbst. So viel vorab ;-) .

Meine Kamera

95% meiner Fotos auf Reisen entstehen mit der Canon EOS 6D*. Und auch wenn sie inzwischen schon einige Jahre auf dem Buckel hat, ist sie nach wie vor eine hervorragende Kamera. 20 Megapixel reichen mir an Auflösung völlig aus. Für größere Auflösungen und damit größere Dateien müsste ich zudem die ganze Peripherie wie Laptop, Festplatten etc. erneuern. Farbwidergabe, High-ISO-Fähigkeiten, Handling, Wetterschutz, Einsatzfähigkeit von -15° C bis +35°C und 90% Luftfeuchtigkeit – auf all das konnte ich mich in den vergangenen vier Jahren stets verlassen. Und das zählt für mich bei einer Kamera mehr als Megapixel, Autofokuspunkte und Softwaregimmicks.

Allerdings – und das ist allgemein kein Geheimnis – hinkt der Dynamikumfang vergleichbaren Kameras gewaltig hinterher. Speziell bei Landschaftsaufnahmen mit starken Kontrasten schaue ich neidisch zu Nikon und Sony. Zumal Canon mit dem Nachfolger 6D Mark II auch eindrücklich unter Beweis gestellt hat, dass man das Thema immer noch nicht wirklich ernst nimmt. Mit einer Belichtungsreihe kommt man zwar auch zum gewünschten Ergebnis. Aber schöner und einfacher wäre es eben schon, wenn es ein einzelnes Foto auch tun würde. Auch einen zweiten Kartenslot und eine 4K-Videofunktion würde ich mir wünschen, aber auch darauf hat Canon beim Nachfolger 2017 verzichtet. Schade! Denn so werde ich mich früher oder später doch anderweitig umsehen müssen.

Mein Standardobjektiv

An die Kamera ist meistens das Canon EF 24-105mm f/4 IS USM* geschnallt. Das Zoom ermöglicht mir, relativ flexibel von Weitwinkel bis leichtem Tele ohne Objektivwechsel auszukommen. Nicht, weil mich das Wechseln stören würde, aber es erspart mir die Sensorreinigung, wenn doch mal etwas Wasser, Sand oder Schnee durch die Luft fliegt. Aus diesem Grund lege ich auch äußersten Wert darauf, dass meine Ausrüstung auch von Herstellerseite offiziell staub- und spritzwassergeschützt ist. In die Dusche würde ich die 6D nicht mitnehmen, aber aus Erfahrung kann ich sagen, dass sie einen leichten Regenschauer problemlos übersteht.

In Sachen Lichtstärke mag das 24-105mm nicht in der vordersten Liga mitspielen. Bei Landschaftsaufnahmen, die ich typischerweise mit Blende 8-11 mache, spielt das für mich aber keine Rolle. Und für ein schnelles Portrait reichen die 105mm und Blende 4.0 dann trotzdem aus. Zumal das Objektiv für ein Zoom ein sehr schönes und ruhiges Bokeh besitzt. Einzig in Sachen Randschärfe in den Ecken würde ich mir eine kleine Verbesserung wünschen. Letztlich fällt das aber auch nur in der 100%-Ansicht am PC wirklich auf. Mehr Tele hatte ich bislang nie dabei. In Neuseeland und Australien habe ich eine längere Brennweite allerdings schon ab und an vermisst. Irgendwann muss ich mir dann doch mal ein 70-200mm zulegen. Hat jemand eines günstig abzugeben? ;-)

Mein Weitwinkelobjektiv

Unverzichtbar für mich als Landschaftsfotografen ist ein Ultraweitwinkelobjektiv. Bei mir ist dafür das Canon EF 16-35mm f/2.8 L USM im Einsatz. Ein schon ziemlich altes Objektiv, das bereits seit 2001 auf dem Markt ist – meines habe ich 2009 gebraucht erstanden. Und hier macht sich dann doch bemerkbar, welche Fortschritte die Optiken in den letzten 15 Jahren gemacht haben. Die Randschärfe ist gerade offenblendig am kurzen Ende gelinde gesagt unter aller Sau, die Blendensterne bei nahen Lichtquellen und der Sonne nicht gerade besonders ansehnlich. Daher setze ich das Objektiv in der Regel so ein, dass sich die Lichtquellen bei Nachtaufnahmen etwas weiter entfernt befinden und blende meist auf Blende 11 ab. Dann ist die Schärfe auch in den Ecken akzeptabel.

Früher oder später muss ich mich in Sachen Weitwinkel dann doch mal nach etwas Neuem umsehen. Allerdings ist das Angebot an guten und lichtstarken, bezahlbaren Ultraweitwinkeln bei Canon etwas eingeschränkt. Und die Lichtstärke brauche ich wiederum für meine Aufnahmen der Milchstraße, die ich zur Zeit ebenfalls mit dem Ultraweitwinkel mache.

Meine Festbrennweite

Wenn es mal etwas unauffälliger sein muss, kommt mein Canon EF 35mm f/2 IS USM* zum Einsatz. Das kleine Objektiv kam 2012 auf den Markt und ist schon offenblendig rattenscharf. Mit dem Bildstabilisator und den Lowlight-Fähigkeiten der 6D hält man schon fast ein Nachtsichtgerät in den Händen. Das ist ein gutes Stichwort – das Objektiv harmoniert auch in Sachen Größe und Gewicht perfekt mit der 6D. Es macht einfach Spaß, diese Kombination in den Händen zu halten.

Auf Städtetrips habe ich meist permanent diese Festbrennweite an der Kamera. Und wenn ich nur ein Objektiv besitzen dürfte, wäre es wohl das 35mm. Vom Panorama der Milchstraße bis hin zum Portrait habe ich mit diesem Objektiv schon so ziemlich alles fotografiert.

Meine kompakte Alternative

Als Ersatz für den Notfall, fürs Skifahren und für die Hosentasche habe ich zudem noch eine Sony DSC-RX100* mit an Bord. Mit ihrem 1“-Sensor bietet sie eine hervorragende Bildqualität auch noch bei nicht mehr ganz optimalem Licht. Und überall dort, wo man nicht auffallen will, macht sie einen wunderbaren Job. Einzig der fehlende Sucher stört mich des Öfteren.

Mein Fotorucksack

Verpackt ist alles in einem Lowepro Photo Hatchback 22L AW*. Der Rucksack bietet mir ein Kamerafach, das sich nur auf der Innenseite des Rucksacks öffnen lässt. Damit kann niemand an die Wertgegenstände kommen, wenn ich den Rucksack auf dem Rücken trage. Nicht nur ein guter Diebstahlschutz, sondern auch angenehm zum Ein- und Auspacken der Kamera. Oberhalb findet sich ein weiterer Stauraum für Zubehör und eine Laptoptasche auf der Außenseite des Rucksacks. Mit seiner Größe erfüllt der Rucksack auch die üblichen Abmessungen für Handgepäckstücke, sodass er auch problemlos mit ins Flugzeug kommen kann. Und dank seiner integrierten Regenhülle kann ich mich auch bei nassen Wetterbedingungen darauf verlassen, dass meine Elektronik trocken bleibt.

Mein Laptop

Als Laptop verwende ich auf Reisen ein Lenovo Yoga 3 11* Convertible. Mit 11,6“ ist das Gerät groß genug, um zumindest Texte verfassen, im Internet surfen und Fotos grundlegend bearbeiten zu können, aber auch klein und leicht genug, damit ich es immer im Rucksack dabei haben kann.  Zusätzlich ist natürlich immer ein Reisestativ mit an Bord, das ich in einer der Außentaschen des Rucksacks verstaue, Reserveakkus, zusätzliche Speicherkarten, Ladegeräte, ein Reinigungsset, eine Powerbank, ein externes Mikrofon für Videoaufnahmen, Filter (Pol- Grau- und Grauverlaufsfilter) und schließlich einen Kabelfernauslöser für Langzeitbelichtungen und Zeitrafferaufnahmen. Alles in allem wiegt meine Ausrüstung damit rund sieben Kilogramm.

Felix ist Fotograf und Autor, spezialisiert auf Landschafts- und Reisefotografie und zu Hause im Saarland und der ganzen Welt. Wenn er nicht gerade in der Natur oder den Bergen unterwegs ist, schreibt er hier über seine Reisen, die Fotografie oder über sein liebstes Fortbewegungsmittel, die Seilbahn.

Schreibe einen Kommentar

Sicherheitsabfrage *