Herbstwanderung zum Morteratsch-Gletscher im Engadin

Der Herbst ist für Landschaftsfotografen die vermutlich schönste Zeit des Jahres. Wenn sich die Blätter an den Bäumen langsam bunt färben, erstrahlt die Natur in einer Pracht, bei der das restliche Jahr einfach nicht mithalten kann. Egal welches Wetter man auch antrifft, Motive ergeben sich eigentlich immer. Besonders schön ist der Herbst aber natürlich, wenn die bunten Farben auch noch im Sonnenlicht leuchten. Und mit der typischen, trockenen Luft ergibt sich in den Bergen auch immer eine besonders gute Fernsicht.

Doch nicht nur die Blätter im Laubwald sorgen im Herbst für eine bunte Farbenpracht. Auch in höhergelegenen Regionen sorgen die bunten Lärchennadeln dafür, dass sich in den Bergen im Herbst unzählige einmalige Motive ergeben. Speziell wenn die umliegenden Gipfel schon leicht weiss verzuckert sind, bieten sich Kontraste, die das Fotografenherz höher schlagen lassen. Gründe genug also, dem Engadin wieder einmal einen Besuch abzustatten und die Magie des Herbsts bei einer Wanderung zum Morteratsch-Gletscher auf sich wirken zu lassen.

Ausblicke von der Diavolezza

Am Vormittag steht aber noch ein kurzer Ausflug auf die Diavolezza auf dem Programm. Als erstes im Kanton Graubünden läutet das Skigebiet am Berninapass wie jedes Jahr traditionell die Skisaison ein. Mit der Luftseilbahng geht es bis in knapp 3.000 Meter Höhe. Oben angekommen tummeln sich die skihungrigen Gäste an der Sesselbahn Sass Queder mit ihren beiden Abfahrten. Der einstige Gletscher ist hier oben schon lange Geschichte, durch konsequente Vermattung über Sommer kann an dem Nordhang aber soviel Schnee konserviert werden, dass eine Eröffnung im Oktober möglich ist. Wirklich spannend ist die kurze Abfahrt nach einem halben Tag nicht mehr. Aber nach der coronabedingt kurzen letztjährigen Skisaison tut es gut, wieder einmal den Schnee unter den Füssen zu spüren. Und das Panorama auf den Persgletscher, den Piz Palü und die Berninagruppe ist Grund genug, die Stimmung hier oben zu geniessen.

Seilbahn zur Diavolezza

Piz Palü

Berninagruppe von der Diavolezza

Spalten auf dem Persgletscher

Zwischen bunten Lärchen zum Morteratsch-Gletscher

Am Nachmittag steht dann die Fotografie im Vordergrund. Einige Kehren unterhalb der Talstation der Diavolezza-Seilbahn befindet sich die kleine Ortschaft Morteratsch. Seit der Eröffnung der Bernina-Eisenbahnlinie zu Beginn des 20. Jahrhunderts besitzt Morteratsch auch einen Bahnhof. Dieser ist heute Ausgangspunkt der Wanderung zum gleichnamigen Morteratsch-Gletscher. Als der erste Zug im Jahr 1908 am Bahnhof eintraf, befand sich die Gletscherzunge nur wenige hundert Meter von den Gleisen entfernt. Auch während der kommenden Jahrzehnte zog sich der Gletscher insgesamt nur um wenige hundert Meter zurück. Heute sind es dagegen über zwei Kilometer Fussweg, bis der Gletschrrand erreicht ist.

Der Gletscherrückgang kann im Morteratschtal entlang des leicht ansteigenden Wanderwegs eindrücklich nachvollzogen werden. Nicht nur anhand der Informationstafeln, die den Gletscherstand zu bestimmten Jahreszahlen dokumentieren, sondern auch anhand der abwechslungsreichen Vegetation. Im unteren Teil des Tals haben sich in den vergangenen Jahrzehnten unzählige Lärchen angesiedelt. Mit ihrem herbstlich bunten Gewand sind sie ein Traummotiv für jeden Landschaftsfotografen. Erst recht mit den immer noch beeindruckenden Gletschern im Hintergrund, die sich bis hin zum 4.049 Meter hohen Piz Bernina erstrecken.

Herbststimmung an der Bahnstation Morteratsch

Wasserfall an der Bahnstation Morteratsch

Ova da Morteratsch mit Herbstfarben

Ova da Morteratsch mit Herbstfarben

Morteratsch-Gletscher und Lärchen

Morteratsch-Gletscher und Lärchen

Morteratsch-Gletscher und Lärchen

Morteratsch-Gletscher im Herbst

Morteratsch-Gletscher im Herbst

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