Kamera-Kaufberatung für Fotografie auf Reisen

Es ist die wahrscheinlich meistgestellte Frage von Reisenden mit einer gewissen Technikaffinität. Welche Kamera soll ich mitnehmen, um meine Reise zu dokumentieren? Dieser Artikel versucht, Antworten auf diese Frage zu geben. Das ist nicht ganz einfach und aus diesem Grund ist der Beitrag auch etwas länger. Denn die eine perfekte Kamera gibt es nicht.

Jede Kamera bzw. jedes Kamerasystem ist letztlich ein Kompromiss. Was für den einen optimal ist, ist für den anderen vielleicht die falsche Wahl. Ein Backpacker, der auf jedes Gramm achtet, wird eine andere Kamera als optimal ansehen als ein Fotojournalist, der speziell zum Fotografieren reist. Daher beruhen die folgenden Empfehlungen auf verschiedenen „Reisetypen“. Je nachdem, wie du reist und was deine fotografischen Ziele sind, wirst du dich in einer der folgenden Beschreibungen wiederfinden. Ein Klick auf „Zur Kameraempfehlung“ führt dich direkt zu geeigneten Modellen. Oder du scrollst einfach durch alle Möglichkeiten durch!

Und noch ein kurzer Disclaimer: Ich stehe in keiner Verbindung zu den genannten Firmen oder deren Produkte. Die Empfehlungen basieren auf meinen eigenen, langjährigen Erfahrungen und versuchen, ein objektives Bild des Kameramarkts nach einzelnen Zielgruppen zu vermitteln. Bei den Links handelt es sich um Affiliate-Links. Das bedeutet, dass ich eine kleine Provision erhalte, wenn du das Produkt über den Link kaufst. Für dich wird das Produkt dadurch aber nicht teurer. Wenn dir meine Infos weiterhelfen, freue ich mich, wenn du über einen der Link einkaufst!


Reisetypen und Kameraempfehlungen

Typ 1 – Kameras für Reisefotografie als Dokumentation

Deine Fotos dienen in erster Linie als persönliche Erinnerung oder für Freunde und Verwandte. Sie sollen deine Reise dokumentieren und von deinen Erlebnissen erzählen. Du möchtest dich nicht im Detail mit aufwendiger Nachbearbeitung beschäftigen. Zudem willst du befreit reisen und keine umfangreiche Ausrüstung mitschleppen. Schnelles Teilen von Fotos über das Internet ist dir wichtiger.

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Typ 2 – Kameras für aktivreisende Abenteurer

Neben dem Smartphone, das du ja sowieso immer einstecken hast, willst du vor allem deine Erlebnisse durch Videos für die Nachwelt erhalten. Du bist Aktivreisender, actionreich in der Natur unterwegs oder machst Sport oder spektakuläre Trips zu ausgefallenen Orten. Deine Kamera soll robust sein und Wasser, Staub und Schmutz wegstecken können.

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Typ 3 – Kompaktkameras für Fotografie-Interessierte, Kreative und Gewichts-Optimierer

Du willst dich eingehender mit der Fotografie (und gegebenenfalls auch mit Videos) beschäftigen. Fotos dienen nicht nur der reinen Dokumentation deiner Reise, du hast auch einen gewissen kreativen oder künstlerischen Anspruch an deine Bilder. Besondere Fotos bearbeitest du eventuell am Rechner nach. Allerdings willst du mit möglichst wenig Gepäck unterwegs sein. Wichtig ist dir eine kleine Ausrüstung, die möglichst nicht viel Platz einnimmt, keine Blicke auf sich zieht, immer dabei sein kann und eine gute Bildqualität bietet. Eine Allzweckwaffe eben, bei der nicht erst das passende Objektiv montiert werden muss, sondern eine Kamera, die für die meisten Situationen sofort einsatzbereit ist.

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Typ 4 – Günstige, kompakte Ausrüstung für bestimmte Motive

Du weißt in etwa, welche Motive dich auf der Reise besonders interessieren und möchtest für diese Zwecke passende Objektive mitführen. Ein Weitwinkel für Landschaftsaufnahmen, ein Portraitobjektiv für die Stadt oder ein Teleobjektiv für Tieraufnahmen. Die Ausrüstung soll trotzdem möglichst leicht und kompakt bleiben und auch kein allzu großes Loch in die Reisekasse reißen.

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Typ 5 – Kameras für ambitionierte (Amateur-) Fotografen mit großen Ansprüchen

Du bist ambitionierter (Amateur-) Fotograf und die Fotografie ist ein erheblicher Bestandteil oder gar der Grund für deine Reise. Dafür bist du auch bereit, für die Ausrüstung ein wenig tiefer in die Tasche zu greifen und schaust auch nicht aufs letzte Gramm Gewicht. Du bearbeitest deine Fotos oder Videos hinterher am Rechner, um möglichst viel aus den Aufnahmen herauszuholen. Eventuell hast du auch vor, mit deinen Fotos Einnahmen zu erzielen.

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Typ 6 – Kameras für Fotoreisen und professionelle Anwender

Du reist in erster Linie für die Fotografie. Du bist bereit, viel Ausrüstung und damit Gewicht zu schleppen, um das Optimum an Bildqualität für deine Aufnahmen herauszuholen. Außerdem weißt du genau, welche Motive für dich interessant sind und führst entsprechende hochpreisige Objektive mit. Eine hohe Auflösung und optimale Randschärfe der Objektive sind dir wichtiger als Kompaktheit und Unauffälligkeit. Deine Fotos veröffentlichst du später in Magazinen, Ausstellungen, Fotobüchern oder bist für einen Auftraggeber unterwegs.

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Typ 1 – Kameras für Reisefotografie als Dokumentation

San Gimignano in der Toskana

Da erzählt er seitenlang von Kameras und empfiehlt dann als erstes das Handy? Ja, in der Tat! :-) Die Kameras der heutigen Smartphone-Generation sind mittlerweile so gut, dass sie in einer Vielzahl von Situationen größeren Kameras in nichts nachstehen. Speziell dann, wenn die Fotos zum Vorzeigen auf dem Handybildschirm, auf Instagram oder Facebook genutzt werden. Solange du keine Ambitionen hast, deine Fotos in eine Ausstellung zu packen oder großformatig auszudrucken, ist das Smartphone die erste Wahl.

Denn es hat auf der anderen Seite viele Vorteile. Das Smartphone ist immer dabei, nimmt keinen Platz weg, ist in Sekunden einsatzbereit und erlaubt es dir, deine Reise unbeschwert zu dokumentieren. Viele Modelle bieten inzwischen sogar Aufnahmen mit dem Raw-Format an, sodass auch in der Nachbearbeitung noch viel aus den Bildern herausgeholt werden kann. Mit dem Smartphone kannst du auf Reisen Eindrücke einfangen, die du mit einer großen Kamera nie fotografieren würdest. Bedenke immer, dass es der Fotograf ist, der das Foto macht. Und nicht die Kamera. Auch mit einer Handykamera lassen sich kreative und künstlerisch anspruchsvolle Aufnahmen erstellen, gerade auf Reisen.

Top-Empfehlung: Google Pixel 3

Als Smartphone an sich ist das Google Pixel 3 mit seiner beeindruckenden Hardware schon einen Blick wert. Die integrierte Kamera lässt aber auch das Fotografenherz höher schlagen. Anders als die Konkurrenten verzichtet Google auf den Einbau einer Dual-Kamera und besitzt daher „nur“ eine Brennweite. Doch mit dem 12 Megapixel auflösenden Sensor und dem mit f/1.8 sehr lichtstarken Objektiv lassen sich hervorragende Aufnahmen erzielen. Dank Aufnahmen im Raw-Format lässt sich der hervorragende Dynamikumfang des Sensors voll ausschöpfen. Hinzu kommt, dass die Software des Smartphones manche Einschränkungen des kleinen Sensors wettmachen kann. Beispielsweise lassen sich durch den hervorragenden Bokeh-Algorithmus ansprechende Hintergrundunschärfen bei Portraits erzielen, wie man sie sonst nur von größeren Kameras kennt. Und für das Betriebssystem Android stehen unzählige Apps zur Verfügung, die den Funktionsumfang der Kamera erweitern können.

Ebenfalls empfehlenswert

So ziemlich jedes Handy der letzten Jahre, das eine Kamera und ein Objektiv besitzt. Im Ernst, ich nutze ein in die Jahre gekommenes LG G4, mit dem ich schon viele wunderbare Momente eingefangen habe. Lichtstarkes Objektiv, gute Auflösung. Ja, die Darstellung von Details leidet natürlich unter dem kleinen Sensor. Aber wie oft habe ich damit schon ein Foto gemacht, für das ich nie extra die große Ausrüstung aus dem Rucksack geholt hätte! Für Reisefotografie im Sinne einer Dokumentation oder Reportage sind Smartphones wegen ihrer spontanen Bereitschaftsfähigkeit und Unauffälligkeit bestens geeignet.


Typ 2 – Der Aktivreisende Abenteurer

Hooker Valley in Neuseeland

Was wäre eine Reise ohne Action Cam? Für viele dürfte eine solche kleine, robuste und vielseitige Kamera nach dem Smartphone die erste Wahl sein, wenn es um die Dokumentation einer Reise geht. Egal ob beim Tauchen im Meer, beim Skifahren oder einfach nur als handliche Selfie-Kamera, Action Cams sind aus dem Reisegepäck kaum mehr wegzudenken.

Top-Empfehlung: GoPro Hero 7 Black

Lange Jahre war der Name GoPro quasi ein Synoym für Action Cams. Auch wenn es inzwischen andere Anbieter gibt, die aktuelle GoPro Hero 7 Black ist auch 2019 das Maß aller Dinge. Videos lassen sich in 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde aufnehmen, was auch Zeitlupenaufnahmen ermöglicht. Besonders hervorzuheben ist aber die erstklassige Bildstabilisierung. Zudem gibt es für die GoPros ein fast unüberblickbares Angebot an passenden Zubehörteilen, die mit ihren Halterungen spektakuläre Perspektiven ermöglichen.

Ebenfalls empfehlenswert: GoPro Hero 5, YI 4K Plus, Sony RX0, Olympus Tough TG-5

Wer die 4K-Aufnahmen mit Zeitlupe nicht benötigt, der kann auch bedenkenlos zur älteren und damit günstigeren GoPro Hero 5 Black greifen. Diese kann 4K mit 30 Bildern pro Sekunde aufzeichnen und Full-HD-Videos mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde. Die Bildstabilisierung ist nicht ganz auf dem Niveau des neuesten Modells, aber für die meisten Zwecke völlig ausreichend.

Noch etwas günstiger ist das Spitzenmodell YI 4K Plus der Firma YI, das sogar 4K mit 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnet. Die Kamera ist definitiv der Preis-Leistungs-Sieger, ist allerdings ohne zusätzliches Gehäuse nicht wasserfest und auch die Tonaufnahmen des internen Mikrofons können mit den GoPro-Modellen nicht ganz mithalten.

Eine Sonderstellung nimmt die Sony RX0 ein. Die Besonderheit der Kamera ist ihr 1“-Bildsensor, der deutlich größer ist als die Sensoren aller anderen Action Cams.  Zusammen mit dem integrierten Zeiss-Objektiv bietet das Modell eine für Action Cams herausragende Foto- und Videoqualität. Das schlägt sich allerdings auch im Preis nieder, der deutlich über den Konkurrenzmodellen liegt. Die Kamera ist sozusagen der Sportwagen unter den Action Cams – definitiv mit gewissen Vorzügen, aber nicht für jedermann geeignet und auch nicht notwendig.

Wer eher an Fotos interessiert ist, der sollte einen Blick auf die Olympus Tough TG-5 werden. Das Modell ist eher mit einem klassischen Fotoapparat vergleichbar, aber genauso robust wie die oben genannten Action Cams für Videos. Die Kamera ist wasserfest, vor Verformung, Staub und Frost sicher und bietet mit einem Brennweitenbereich von umgerechnet 25-100mm einen Zoombereich, der für die meisten Zwecke völlig ausreicht. Auch Videos können mit bis zu 4K-Auflösung aufgezeichnet werden. Full-HD-Videos bieten mit bis zu 120 Bildern pro Sekunde die Möglichkeit zur Erstellung interessanter Zeitlupeneffekte.

Übersicht

Kamera Wasserfest Ext. Mikrofon-Eingang Akku-Laufzeit** Auflösung (Foto) Auflösung (Video) Gewicht Preis
GoPro Hero 7 Black* bis 10m Ja 60 min 12 Mpx 4K/60p, FHD/240p 118 g 399 €
GoPro Hero 5 Black* bis 10m Ja 80 min 12 Mpx 4K/30p, FHD/120p 118 g 299 €
YI 4K Plus* mit Gehäuse Ja 70 min 12 Mpx 4K/60p, FHD/120p 64 g 229 €
Sony RX0* bis 10m Ja 120 min 15.3 Mpx 4K/30p, FHD/120p 109 g 599 €
Olympus TG-5* bis 10m Nein 380 Fotos 12 Mpx 4K/30p, FHD/120p 249 g 399 €

** Bei Videoaufnahmen mit 4K/30p


Typ 3 – Kompaktkameras für Fotografie-Interessierte, Kreative und Gewichts-Optimierer

Skifahren im Engadin

Die Kompaktkamera ist tot? Mitnichten! Auch wenn die Kameras in heutigen Smartphones hervorragende Ergebnisse erzielen, gibt es gute Gründe, auch im Jahr 2019 noch eine Kompaktkamera mit auf die Reise zu nehmen. Kompaktkameras sind dank ihres Objektivs mit optischem Zoom flexibler einsetzbar und haben bauartbedingt häufig eine bessere Ergonomie. Speziell das Segment der sogenannten „Edelkompaktkameras“ mit ihren 1“-großen Sensoren bietet eine Fotoqualität, die einer Spiegelreflexkamera mit Kitobjektiv in nichts nachsteht. Gerade bei schlechten Lichtverhältnissen lassen sich deutlich bessere Ergebnisse erzielen als mit einem Smartphone. Und das ohne ein großes Mehrgewicht im Reisegepäck.

Auch im Vergleich zu Systemkameras mit Wechselobjektiven haben Kompaktkameras immense Vorteile. Sie sind leichter, unauffälliger und günstiger. Trotzdem bieten sie eine vergleichbare Bildqualität. Eine Systemkamera spielt ihre Stärken erst dann aus, wenn man bereit ist, spezielle Objektive zu verwenden. Bevor du eine Systemkamera nur mit dem Kitobjektiv betreibst, schaue dich besser nach einer guten Kompaktkamera um. In 90% der Situationen sind diese vollkommen ausreichend.

Top-Empfehlung: Sony RX100 V / VI

Sony ist seit der Einführung der RX100-Serie im Jahr 2012 einer der führenden Hersteller bei Kameras mit 1“-Sensoren. Inzwischen gibt es sechs verschiedene Modelle mit dem Namen RX100, die alle noch neu erhältlich sind. Teuer, aber technisch allen anderen Modellen überlegen sind die beiden neuesten Varianten, die RX100 V und die 2018 eingeführte RX100 VI. Beide wiegen rund 300 Gramm und besitzen einen 1“-Sensor mit 20 Megapixeln, einen hervorragenden Phasen-Autofokus, ein Klappdisplay, einen ausklappbaren Sucher und eine hervorragende Fotoqualität. Auch die Videoeigenschaften sind mit Highspeedaufnahmen und detailreichen 4K-Aufnahmen beeindruckend für solch eine kompakte Kamera.

Der Hauptunterschied liegt in dem verbauten Objektiv. Die RX100 V besitzt ein sehr lichtstarkes Objektiv mit einer Kleinbild-Brennweite von 24-70mm bei Blende f/1.8-2.8. Die RX100 VI ist mit einem etwas lichtschwächeren Objektiv bestückt, das aber mit 24-200mm deutlich mehr Zoom bietet. Zudem besitzt die Kamera einen Touchscreen. Beide Kameras können über USB geladen werden.

Ebenfalls empfehlenswert: Sony RX100 III, Canon G7 X II, Canon G9 X II, Panasonic LX10, Panasonic TZ202

Neben den Topmodellen sind aber auch deutlich günstigere 1“-Kameras erhältlich. Das beste Preis-Leistungs-Verhältnis bietet die Sony RX100 III, die mit dem gleichen Objektiv wie die RX100 V ausgestattet ist. Auch die Fotoqualität ist weitgehend identisch, lediglich die Videofunktionen sind etwas eingeschränkt. Wer keinen Wert auf 4K-Auflösung legt, kann hier ein echtes Schnäppchen machen. Nochmals deutlich günstiger ist die Ur-Version der RX100. Diese besitzt mit 28-100mm einen etwas anderen Brennweitenbereich, ist aber von der reinen Bildqualität den teureren Modellen ebenbürtig.

Ähnliche Eigenschaften zu einem vergleichbaren Preis bietet die Canon G7 X II. Diese besitzt ein lichtstarkes Objektiv mit 24-100mm äquivalenter Brennweite und bietet damit etwas mehr Zoom als die Sony RX100 III. Die G7 X II besitzt zudem ein sehr gut bedienbares Interface mit Touchscreen und eine hervorragende Farbwiedergabe direkt ohne Nachbearbeitung. Aus diesem Grund ist die Kamera auch für Vlogger sehr gut geeignet, die ihren Content möglichst schnell ohne nachträgliche Farbkorrekturen publizieren möchten. Allerdings bietet die Kamera maximal Full-HD-Auflösung. Nahezu gleiche Eigenschaften in einem kleineren und günstigeren Paket besitzt übrigens das Schwestermodell G9 X II. Ein wesentlicher Unterschied zur G7 X II ist das etwas lichtschwächere Objektiv, das zudem auch weniger Zoom bietet.

Panasonic hat mit der LX15 ein Pendant dazu im Angebot, das mit f/1.4-2.8 das lichtstärkste Objektiv aller 1“-Kameras besitzt. Die Kamera kann darüber hinaus Videos mit 4K-Auflösung aufzeichnen und bietet ein intuitives Setup für Timelapse-Aufnahmen. Auch die LX15 hat mit der TZ202 ein Schwestermodell, das den gleichen Sensor und weitgehend identische Software besitzt. Sie unterscheidet sich in erster Linie durch ihr lichtschwächeres Objektiv, das aber mit 24-360mm den größten Brennweitenbereich der kompakten 1“-Kameras aufweist. Zudem besitzt die Kamera einen fest eingebauten Sucher, aber kein Klappdisplay.

Speziell, aber kultig: Fuji X-100F, Panasonic LX100 II

Gar keinen Zoom, sondern eine Festbrennweite, besitzt die Fuji X100F. Das neueste Modell der X100-Reihe knüpft an die Tradition der Vorgänger an und ist im optisch ansprechenden Retrostil gehalten. Im Inneren weiß die Kamera mit dem hervorragenden X-Trans-Sensor von Fuji im APS-C-Format zu begeistern. Die Bildqualität ist nicht zuletzt wegen des lichtstarken f/2.0-Objektivs mit der typischen Reportagebrennweite von umgerechnet 35mm hervorragend. Die Kamera ist definitiv nicht für jedermann, kann aber gerade auf Reisen enorm viel Spaß machen.

Ein ähnliches Konzept, aber mit Zoomobjektiv, verfolgt die Panasonic LX100 II. Auch diese Kamera weist eine Bedienung auf, die mit dem Retro-Konzept der X100F vergleichbar ist. Belichtungszeit, Blende und Belichtungskorrektur können über dedizierte Einstellräder an Kamera und Objektiv angepasst werden. Die LX100 II kombiniert einen vergleichsweise großen Sensor im Micro-Four-Thirds-Format mit einem lichtstarken Objektiv und ermöglicht damit eine für Kompaktkameras unerreichte Bildqualität. Durch die Panasonic-üblichen hervorragenden Videofähigkeiten ist die Kamera auch für Filmer interessant. Schade ist lediglich, dass Panasonic auf den Einbau eines Klappdisplays verzichtet hat. Und auch der Preis lässt einen zweimal nachschauen, geht aber für das Gebotene durchaus in Ordnung.

Übersicht

Kamera Brennweite (Zoom) Lichtstärke Auflösung (Foto) Auflösung (Video) USB-Laden Gewicht Preis
Sony RX100 VI* 24-200mm (8,3x) f/2.8-4.5 20,1 Mpx 4K/30p, FHD/120p Ja 302 g 1.190 €
Sony RX100 V* 24-70mm (2.9x) f/1.8-2.8 20,1 Mpx 4K/30p, FHD/120p Ja 299 g 845 €
Sony RX100 III* 24-70mm (2.9x) f/1.8-2.8 20,2 Mpx FHD/60p Ja 290 g 490 €
Sony RX100* 28-100mm (3.6x) f/1.8-4.9 20,2 Mpx FHD/60p Ja 240 g 325 €
Canon G7X II* 24-100mm (4.2x) f/1.8-2.8 20,1 Mpx FHD/60p Ja** 315 g 499 €
Canon G9X II* 28-84mm (3x) f/2.0-4.9 20,1 Mpx FHD/60p Ja** 206 g 349 €
Panasonic LX15* 24-72mm (3x) f/1.4-2.8 20,1 Mpx 4K/30p, FHD/60p Nein 306 g 499 €
Panasonic TZ202* 24-360mm (15x) f/3.3-6.4 20,1 Mpx 4K/30p, FHD/60p Ja 340 g 699 €
Fuji X-100F 35mm f/2.0 24,3 Mpx FHD/60p Ja 470 g 1.299 €
Panasonic LX100 II* 24-75mm (3.1x) f/1.7-2.8
21,8 Mpx 4K/30p, FHD/60p Ja 392 g 859 €

** Nur mit proprietärem Kabel von Canon

Neben den vorgestellten Kompaktkameras gibt es zudem Varianten mit kleineren Sensoren und dafür größerem Zoombereich. Da diese aber in Sachen Bildqualität keineswegs besser sind als Smartphones, lohnt sich ein Kauf aus meiner Sicht heute nicht mehr. Das Segment der sogenannten Bridge-Kameras kombiniert einen größeren Zoombereich mit einem 1“-Sensor. Kameras wie die Panasonic FZ1000* oder die Sony RX10 IV* sind für Fotografen geeignet, die einen großen Zoombereich benötigen, aber keine Objektive wechseln wollen. Angesichts des hohen Gewichts und der sperrigen Abmessungen dieser Kameras empfiehlt es sich aber unter Umständen eher, direkt auf ein System mit Wechselobjektiven (s. u.) zu setzen, das nach Belieben zusammengestellt und erweitert werden kann.


Typ 4 – Günstige, kompakte Ausrüstung für bestimmte Motive

Siena in der Toskana am Abend

Wenn dir die Möglichkeiten der Edelkompakten nicht ausreichen, bietet sich ein Blick auf die Einsteiger-Systemkameras an. Diese Kameras mit Wechselobjektivanschluss besitzen größere Sensoren als die 1“-Kameras und damit eine etwas bessere Bildqualität.

Top-Empfehlung: Canon EOS M50

Das Canon EOS-M-System und im Speziellen das Modell M50 ist ideal geeignet für alle, die mit mehreren Objektiven einen großen Brennweitenbereich bei kleinem Packmaß abdecken möchten. Im Inneren werkelt ein 24-Megapixel-Sensor, der zusammen mit Canons Dual-Pixel-Autofokus die Grundlage für gute Aufnahmen bildet. Die Kamera ist für eine Systemkamera sehr klein, bietet aber dennoch eine gute Haptik, eine durchdachte Bedienung mit Touchscreen und ein frei schwenkbares Klappdisplay. Für Filmer ist zusätzlich die Anschlussmöglichkeit für ein externes Mikrofon gegeben. Die M50 kann als erste Kamera von Canon im Consumer-Bereich Videos in 4K-Auflösung aufzeichnen, allerdings ohne den guten Dual-Pixel-Autofokus und mit einem massiven Crop. Gerade für Vlogger und alle, denen Videos im Full-HD-Format ausreichen, ist die Kamera aber auch in Sachen Video ein gutes Gesamtpaket.

Und was ebenfalls nicht außer Acht gelassen werden sollte: Die Objektive mit EF-M-Anschluss sind extrem leicht und haben ein erstklassiges Preis-Leistungs-Verhältnis. Neben dem Kit-Objektiv gibt es für das System ein hervorragendes Weitwinkelzoom* und ein kompaktes Teleobjektiv*. Eine lichtstarke 32mm-Festbrennweite* rundet das für die Reisefotografie ideale Angebot ab. Schade ist einzig, dass sich die Kamera nicht über USB laden lässt.

Ebenfalls empfehlenswert im APS-C-Bereich: Sony A6000, Fuji X-T20

Auch von den anderen Herstellern gibt es in diesem Segment vergleichbare Angebote. Allen voran steht da die Sony A6000. Die Kamera mit 24 Megapixeln ist zwar inzwischen seit über vier Jahren auf dem Markt, aber nach wie vor ein hervorragendes Stück Technik. Die technische Foto- und Videoqualität ist der Canon M50 überlegen, insbesondere dann, wenn im RAW-Format fotografiert wird. Allerdings fallen auf der anderen Seite sowohl die Bedienung als auch die Farbwiedergabe bei Fotos direkt aus der Kamera etwas ab. Auch das nicht frei schwenkbare Display ist für manche sicher ein Nachteil. Dafür lässt sich die Kamera per USB laden – insgesamt je nach Einsatzzweck ein der M50 nahezu ebenbürtiges Produkt. Auch im Objektivbereich bietet Sony für seine APS-C-Kameras ein ähnliches Angebot wie Canon mit zahlreichen Zooms und einigen leichtstarken Festbrennweiten.

Fuji bietet mit der X-T20 eine Kamera, die mit ihrem Retro-Design nicht nur unglaublich schön anzusehen ist, sondern auch unter der Haube glänzen kann. Herzstück ist der hervorragende Fuji-X-Trans-Sensor mit 24 Megapixeln. Fuji ist bekannt für seine authentischen Farben und natürlich ermöglicht auch die X-T20 Aufnahmen mit den charakteristischen Filmsimulationen – sowohl bei Fotos als auch bei Videos. Letztere können übrigens auch in 4K aufgezeichnet werden. Das Bedienungskonzept mit dedizierten Einstellrädern für Blende und Belichtungszeit ist anfänglich gewöhnungsbedürftig, macht aber Spaß und sorgt dafür, dass man sich mehr mit dem Motiv beschäftigt. Und gerade mit der großen Auswahl an hervorragenden Objektiven bietet die X-T20 ein rundes Gesamtpaket zu einem moderaten Preis.

Ebenfalls empfehlenswert im MFT-Bereich: Panasonic G81, Olympus E-M10 III

Schon vor den Systemen von Canon, Fuji und Sony haben Panasonic und Olympus das Micro-Four-Thirds-System (MFT-System) etabliert. Die Sensoren sind bei diesen Kameras etwas kleiner als die APS-C-Variante. Das ermöglicht es, die Objektive gerade im Telebereich deutlich kleiner und leichter bauen zu können. Das MFT-System besitzt den mit Abstand größten Objektivpark aller spiegellosen Kamerasysteme. Objektive von Panasonic, Olympus und Drittherstellern sind an allen Kameras nutzbar. Für Einsteiger besonders empfehlenswert sind die Modelle G81 von Panasonic und E-M10 III von Olympus. Beide bieten Sensoren mit 16 Megapixeln, 4K-Videoaufnahmen, dedizierte Einstellräder, einen Touchscreen und ein Schwenkdisplay. Das Gehäuse der G81 ist zusätzlich staub- und spritzwassergeschützt.

Übersicht

Kamera Bajonett Sensorgröße (Crop)
Auflösung (Foto) Auflösung (Video) USB-Laden Gewicht
Preis (inkl. Kit)
Canon EOS M50* Canon EF-M APS-C (1.6) 24,1 Mpx 4K/30p, FHD/60p Nein 387 g 629 €
Sony A6000* Sony E APS-C (1.5) 24,3 Mpx FHD/60p Ja 344 g 519 €
Fuji X-T20 Fuji X APS-C (1.5) 24,3 Mpx 4K/30p, FHD/60p Ja 380 g 999 €
Panasonic G81* MFT MFT (2.0) 16,0 Mpx 4K/30p, FHD/60p Nein 505 g 779 €
Olympus E-M10 III* MFT MFT (2.0) 16,1 Mpx 4K/30p, FHD/60p Nein 412 g 699 €

Typ 5 – Kameras für ambitionierte (Amateur-) Fotografen mit großen Ansprüchen

Sonnenuntergang an der neuseeländischen Küste

Die Einsteigermodelle bei den Systemkameras sind in Sachen Preis-Leistungs-Verhältnis kaum zu schlagen. Die reine Bildqualität ist auch bei den teureren, fortgeschrittenen Modellen kaum besser. Wenn du aber gewisse Anforderungen hast, die die Einsteigermodelle nicht erfüllen, dann führt kein Weg an den höheren Modellen vorbei. Das kann z. B. ein Spritzwasserschutz, eine effizientere Bedienung mit mehr direkten Einstellrädern oder ein doppelter Kartenschacht (Dual Card Slots) für Daten-Backups sein.

Top-Empfehlung: Fuji X-T3

Für den Titel beste Reisekamera 2019 ist die Fuji X-T3 ein heißer Kandidat. Denn die Kamera bietet extrem viel fürs Geld, ist kompakt und übertrifft für Fotografen wie für Filmer im APS-C-Bereich derzeit alles andere auf dem Markt. Der Fuji-X-Trans-Sensor mit 26 Megapixeln ist eine Neuentwicklung und kam 2018 bei der X-T3 erstmalig zum Einsatz. Er zeichnet sich durch ein sehr gutes Rauschverhalten und eine hervorragende Detailwiedergabe aus. Anschlussseitig bietet die Kamera einen Mikrofoneingang und einen Kopfhörerausgang für Filmer sowie einen Eingang für einen Fernauslöser und einen HDMI-Rekorder. Wie alle Fujis besitzt auch die X-T3 zahlreiche Einstellräder, darunter dedizierte Wahlräder für ISO, Belichtungszeit und Belichtungskorrektur. Die Blende wird wie üblich am Objektiv selbst eingestellt.

Der Autofokus ist im Foto- wie im Videomodus hervorragend und auch für schnelle Action bestens nutzbar. Stichwort Videomodus – auch dieser ist mit 10bit 4K-Auflösung mit 60 Bildern pro Sekunde über alle Systeme hinweg unübertroffen. Wie es sich für eine professionelle Kamera gehört, ist die X-T3 staub- und spritzwassergeschützt und besitzt zwei Kartenslots. Und zu guter Letzt ist die Kamera mit ihrem Retro-Design auch optisch einfach ein Hingucker! Einzig die fehlende Sensorstabilisierung, die die Konkurrenz bietet, ist als Nachteil zu verbuchen. Den bietet dafür das eine Generation ältere Schwestermodell X-H1.

Ebenfalls empfehlenswert: Sony A6400, Sony A6500, Panasonic GH5, Olympus E-M1 II

Sonys aktuelles Spitzenmodell im APS-C-Bereich, die Sony A6500 aus dem Jahr 2016, ist auch heute noch ein gutes Werkzeug auf Reisen. Die Kamera bietet 24 Megapixel, einen hervorragenden Sensor und ist mit der Möglichkeit der Aufzeichnung von 4K-Video auch für Filmer interessant. Allerdings leidet die Ergonomie der Kamera unter dem kleinen Gehäuse und die Akkulaufzeit ist unterdurchschnittlich. Auch durch den fehlenden zweiten Kartenslot fällt sie gegenüber der X-T3 ab. Nichtsdestotrotz ist die A6500 gerade wegen ihrer Kompaktheit, der nützlichen Sensorstabilisierung und den zugehörigen leichten und kleinen Objektiven für die Reisefotografie sehr gut geeignet.

Anfang 2019 hat Sony eine weitere Kamera vorgestellt, die der A6500 sehr ähnlich ist – die Sony A6400. Die Kamera ist der Nachfolger der A6300 und bietet als erste Kamera dieser Serie einen um 180° nach vorne klappbaren Bildschirm. Das macht sie gerade für Vlogger interessant, zumal sie auch einen Eingang für ein externes Mikrofon besitzt. Der Autofokus ist besser als bei der A6500 und auch die Akkulaufzeit ist dank neuem Prozessor etwas länger. Einziger Nachteil ist, dass die Kamera keinen sensorbasierten Bildstabilisator besitzt und somit auf einen Stabilisator im Objektiv angewiesen ist.

Auch das Micro-Four-Thirds-System bietet Kameras, die ambitionierte und professionelle Anwender zufriedenstellen. Gerade auf Reisen zahlen sich die kompakten und gerade im Telebereich vergleichsweise leichten Objektive des Systems aus. Das Spitzenmodell von Olympus, die OM-D E-M1 II, weiß mit einem 20-Megapixel-Sensor, zahlreichen Einstellrädern, einem dreh- und schwenkbaren Display sowie einem Touchscreen und einer intuitiven Bedienung zu glänzen. Gleiches gilt für das Pendant von Panasonic, die Lumix GH5. Diese Kamera ist mit ihrem Videomodus besonders für Filmer interessant. Wie bei der Fuji X-T3 lassen sich 4K-Videos mit 60 Bildern pro Sekunde aufzeichnen, zudem gibt es ein flaches Log-Profil für ausgedehnte Nachbearbeitungsmöglichkeiten.

Übersicht

Kamera Bajonett Sensorgröße (Crop)
Auflösung (Foto) Auflösung (Video) USB-Laden Gewicht
Preis (nur Gehäuse)
Fuji X-T3 Fuji X APS-C (1.5) 26,1 Mpx 4K/60p, FHD/120p Ja 535 g 1.499 €
Sony A6400* Sony E APS-C (1,5) 24,2 Mpx 4K/30p, FHD/120p Ja 404 g 1.049 €
Sony A6500* Sony E APS-C (1.5) 24,2 Mpx 4K/30p, FHD/120p Ja 445 g 1.149 €
Olympus E-M1 II* MFT MFT (2.0) 20,4 Mpx 4K/30p, FHD/60p Nein 578 g 1.699 €
Panasonic GH5* MFT MFT (2.0) 20,3 Mpx 4K/60p, FHD/120p Nein 723 g 1.599 €

Typ 6 – Kameras für Fotoreisen und professionelle Anwender

Milchstraße am Col du Galibier

Nur das Beste ist gut genug? Wenn du bereit bist, mehrere Kilogramm und mehrere tausend Euro Ausrüstung mit dir herumzutragen, dann kommt ein Vollformatsystem in Frage. Belohnt wirst du mit erstklassiger Foto- und Videoqualität. Das digitale Vollformat entspricht dem analogen Kleinbildformat und ist unter den verbreiteten spiegellosen Systemen die Königsklasse (Ausnahme Mittelformatkameras, die aufgrund der nochmals wesentlich höheren Preise hier aber nicht aufgenommen sind).

Top-Empfehlung: Sony A7 III / A7R III

2013 revolutionierte Sony den Kameramarkt mit der Einführung eines spiegellosen Vollformatsystems. Mittlerweile sind die anfänglichen Kinderkrankheiten der ersten Kameras ausgemerzt und die aktuelle, dritte Generation lässt kaum Wünsche offen. Mit der A7 III bietet Sony den vielleicht besten Allrounder an, den es derzeit auf dem Markt gibt. Ein 24-Megapixel-Sensor mit herausragend schnellem und präzisem Autofokus, ein Klappdisplay, zahlreiche frei belegbare Tasten und Einstellräder sowie Anschlüsse für Mikrofon und Kopfhörer. Damit ist die Kamera sowohl für Fotografen als auch für Filmer interessant. Sonys sogenannte Picture Profiles erlauben es letzteren auch, die Aufnahmen in 4K-Auflösung professionell nachbearbeiten zu können.

Einen vergleichbaren Funktionsumfang bietet auch die A7R III, die jedoch einen mit 42 Megapixeln deutlich hochauflösenderen Sensor besitzt und entsprechend ein gutes Stück teurer ist. Die hohe Auflösung ist dann interessant, wenn großformatige Drucke von den Fotos angefertigt werden sollen oder nachträgliche Ausschnittsvergrößerungen gewünscht sind. Für alle anderen Anwendungszwecke reicht die Auflösung der A7 III vollkommen aus. Beide Kameras besitzen sogenannte Dual Card Slots, können also zwei Speicherkarten parallel nutzen. Das ermöglicht ein Backup von Fotos und Videos bereits während der Aufnahme und ist gerade für Reisefotografen ein unschätzbarer Vorteil.

Der einzige wirkliche Nachteil kann die etwas umständliche Bedienung sein. Das ist eine subjektive Einschätzung, aber gerade die komplexen Menüs und die halbherzige Implementierung des Touchscreens (im Wesentlichen nur für die Wahl des Autofokuspunkts nutzbar) sind gewöhnungsbedürftig. Auch die Wetterfestigkeit hinkt hinter der direkten Konkurrenz her. Wer mit diesen kleinen Einschränkungen leben kann, der macht mit dem Sony-System derzeit aber nichts falsch.

Ebenfalls empfehlenswert: Nikon Z6 / Z7, Canon EOS R, Panasonic S1 / S1R

Auch Canon und Nikon sind im Jahr 2018 auf den spiegellosen Geschmack gekommen und bieten ihrerseits eigene Systeme mit Vollformatsensoren an. Die Systeme zeichnen sich im Moment (Anfang 2019) aber noch dadurch aus, dass sie in erster Linie von den Objektiven der Spiegelreflexsysteme leben, die per Adapter angeschlossen werden können. Native Objektive kann man an einer Hand abzählen, was sich in naher Zukunft aber natürlich ändern wird.

Nikon bietet mit der Z6 ein Pendant zu Sonys A7 III und mit der hochauflösenden Z7 den Gegenpart zur Sony A7R III. Die Kameras sind bezüglich Foto- und Videoqualität, Autofokus und Funktionalität weitgehend mit den Sonys vergleichbar. Problematisch ist für professionelle Anwender jedoch, dass die Kameras lediglich einen Kartenschacht besitzen. Das gilt auch für die Canon EOS R, die dafür als Alleinstellungsmerkmal ein frei schwenk- und klappbares Display besitzt. Das ist besonders für Filmer interessant. Insgesamt fällt die Kamera für Videoaufnahmen wegen ihres massiven Cropfaktors bei 4K-Auflösung allerdings weit hinter den Modellen von Nikon und Sony zurück. Die Fotoqualität ist dagegen mit dem 30-Megapixel-Sensor sehr gut. Wem Videoaufnahmen nicht wichtig sind, der kann mit der EOS R daher durchaus glücklich werden. Nichtsdestotrotz ist Sony als Pionier auf dem Gebiet der spiegellosen Vollformatkameras zum jetzigen Zeitpunkt seinen Konkurrenten – nicht nur wegen des deutlich größeren nativen Objektivparks – noch ein gutes Stück voraus.

Ganz frisch auf den Markt sind 2019 auch zwei neue Kameras von Panasonic gekommen. Beide verwenden den Leica L-Mount und sind die ersten Vollformatkameras aus dem Hause Panasonic. Die Lumix S1 stellt das Pendant zur Sony A7 III und Nikon Z6 dar, die Lumix S1R als hochauflösendes Modell mit 47 Megapixeln das Gegenstück zur Sony A7R III und Nikon Z7. Die Kameras zielen auf professionelle Fotografen, die bei der Bildqualität und der Robustheit keine Kompromisse eingehen wollen. Auch in Sachen Videofunktionalitäten sind die Modelle Vorreiter. Als erste Vollformatkameras ermöglichen sie Aufnahmen mit 4K und 60 Bildern pro Sekunde. Beide Kameras und auch die vorgestellten Objektive sind jedoch sehr schwer und daher nicht unbedingt prädestiniert für die Reisefotografie.

Übersicht

Kamera Bajonett Sensorgröße
Auflösung (Foto) Auflösung (Video) USB-Laden Gewicht Preis (nur Gehäuse)
Sony A7 III* Sony E Vollformat (KB) 24,2 Mpx 4K/30p, FHD/120p Ja 650 g 2.299 €
Sony A7R III Sony E Vollformat (KB) 42,4 Mpx 4K/30p, FHD/120p Ja 657 g 3.299 €
Nikon Z6* Nikon Z Vollformat (KB) 24,5 Mpx 4K/30p, FHD/120p Ja** 664 g 2.449 €
Nikon Z7* Nikon Z Vollformat (KB) 45,7 Mpx 4K/30p, FHD/120p Ja** 675 g 3.849 €
Canon EOS R* Canon RF Vollformat (KB) 30,3 Mpx 4K/30p, FHD/60p Ja** 660 g 2.499 €
Panasonic S1 L-Mount Vollformat (KB) 24,2 Mpx 4K/60p, FHD/60p Ja 1.021 g 2.499 €
Panasonic S1R L-Mount Vollformat (KB) 47,3 Mpx 4K/60p, FHD/60p Ja 1.020 g 3.699 €

** Nikon Z6, Z7 und Canon EOS R nur mit ausgewählten Ladegeräten über USB aufladbar


Spiegelreflexkamera auf Reisen?

Und was ist mit Spiegelreflexkameras? Natürlich haben diese auch im Jahr 2019 noch ihre Berechtigung. Aus meiner Sicht aber nicht mehr auf Reisen. Die Vorteile, die die sogenannten DSLRs bis vor kurzem noch hatten (Akkulaufzeit, Robustheit, Sucher-„Auflösung“) sind inzwischen weitgehend verschwunden. Gerade auf Reisen ist das höhere Gewicht der Spiegelreflexkamera nur hinderlich. Aus diesem Grund sind sie in dieser Empfehlungsliste nicht mehr aufgenommen.

Das vielleicht Allerwichtigste aber sei noch abschließend erwähnt. Ein Kamerasystem steht und fällt in erster Linie mit den verfügbaren Objektiven. Eine Investition in ein System ist eine langfristige Entscheidung. Bevor du dich daher für eine Kamera entscheidest, schau dir an, ob das Objektivangebot deine Wünsche erfüllt. Wenn du Hilfe bei der Auswahl für das optimale Objektiv brauchst, schau einmal in diesen Beitrag. Dort erkläre ich, welche Brennweiten und Objektivkombinationen sich für welche Arten der Fotografie auf Reisen eignen.

Die perfekte Kamera für die Reisefotografie

Hast du deine perfekte Kamera gefunden? Oder hast du Fragen oder Anmerkungen? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

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