Argentière – Grands Montets • DER Skiberg

In Argentière angekommen haben wir erst einmal einige Mühe, den Weg zur Talstation der Luftseilbahn Lognan zu finden. Vom Col des Montets kommend müssen wir zunächst durch das komplette Dorf fahren. Ehe wir auf der Rückseite wieder Richtung Nordosten gelangen, um dort schliesslich auf den äusserst geräumigen Parkplatz zu treffen. Einige Minuten Fussmarsch müssen wir jedoch in Kauf nehmen, bis wir schliesslich das Talstationsgebäude erreichen. Eindrücklich setzt sich gerade eine der beiden Kabinen nach Lognan in Bewegung und beginnt mit der Fahrt über 700 Höhenmeter, von denen die ersten 75% stützenlos überwunden werden.

Neben der Luftseilbahn gibt es allerdings auch noch einen zweiten äusserst kultigen Zubringer, den ich vor einigen Jahren im Sommer bereits ablichten konnte. Es handelt sich dabei um die Sesselbahn Plan Joran. Nicht nur eines der seltenen kuppelbaren Exemplare von Montaz Mautino, sondern auch eine der steilsten Anlagen der Welt. Eine weitere Besonderheit stellen die Einstiege der Bahn dar. Neben dem klassischen Einstieg am Pistenende, etwas oberhalb der Talstation der Luftseilbahn, existiert ein zweiter Einstieg in selbigem Gebäude für Personen, die gleich an der Kasse zusteigen wollen. Die rund 150 Meter zwischen den beiden Einstiegen werden nicht etwa am Seil bewältigt, sondern mittels eines Kettenförderers. Im Sommer dient dieser Bereich als Sesselgaragierung.

Mit der majestätischen Luftseilbahn nach Lognan

Hier müssen wir jedoch feststellen, dass die kultige Passage heute (oder generell) nicht in Betrieb ist. Die Sessel werden direkt in der “richtigen” Talstation umgelenkt, sodass uns nur die Fahrt mit der Luftseilbahn bleibt. Natürlich ein kleines Übel, denn auch eine Fahrt mit diesem Von-Roll-Flaggschiff von 1962 ist definitiv schon eine Reise wert. Zumal im Gegensatz zur zweiten Sektion hier auch noch recht altertümliche Kabinen im Einsatz sind, die mich stark an die Fahrten in Zermatt vor vielen Jahren erinnern.

Pistenplan: http://www.chamonix.com/plan-des-pistes … 85,fr.html

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Die Strecke der Luftseilbahn Argentière-Lognan vom Perron aus gesehen. Hier müssen wir eine Kabine abwarten, ehe wir die Fahrt antreten können.

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Von der Bergstation ergibt sich dieser Blick auf die beiden in weiss gehaltenen Stützen. Im Gegensatz dazu weiss die Bergstation mit Verstrebungen in knalligem rot und gelb zu begeistern.

Gewaltige Landschaft und Infrastruktur

Ein Blick auf die Uhr zeigt Viertel nach zwölf, sodass wir zunächst einmal die Lage hier oben sondieren und nach etwas Essbarem Ausschau halten. Fündig werden wir gleich neben der Mittelstation auf Lognan, in einem riesigen Self-Service-Restaurant, das für seine Pizza- und Pasta-Spezialitäten wirbt. Da in Frankreich so ziemlich alles geniessbar ist ausser Pizza entscheide ich mich für eine Portion Spaghetti Bolognese. Von der Terrasse gewinnen wir einen ersten Überblick über den Front de Neige, der seinen Namen hier auch wirklich verdient hat. Erst jetzt werden einem die Ausmasse dieses gewaltigen Skibergs so richtig bewusst.

1300 Meter über uns thront die Bergstation der Luftseilbahn Grands Montets, die über zwei Zwischenstützen, eine davon mit sage und schreibe 83 Metern Höhe, den Berg erklimmt. Die im unteren Teil parallel führende Sesselbahn La Herse, eine kuppelbare 6er-Sesselbahn, braucht sich mit ihren über 600 Höhenmetern wahrlich nicht zu verstecken. Sie erscheint aber neben der Luftseilbahn wie Spielzeug. Die dritte von hier sichtbare Anlage führt zum höchsten Punkt des “normalen” Skigebiets. Also jenem Teil, der ohne Aufpreis fahrbar ist. Doppelmayr ist der Konstrukteur dieser kuppelbaren Umlaufbahn mit 16-plätzigen Stehkabinen, die auf den Namen Bochard hört und bis auf 2765 Meter Seehöhe führt. Dies entspricht einer Höhendifferenz ab Lognan von knapp 800 Metern.

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Ein erster Blick auf die Luftseilbahn Grands Montets mit der Sesselbahn La Herse links daneben. Sie endet am Fusse der zweiten Zwischenstütze des Von-Roll-Produkts.

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Ein Schwenk nach rechts gibt den Blick auf die Kabinenbahn Bochard frei. Hier wird abermals deutlich, dass der gesamte Skiberg eine einzige Abfahrt ist. Kein Fleck ist von Freeridern unberührt.

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Vierte sichtbare Anlage von der Terrasse auf Lognan ist die verhältnismässig kurze Sesselbahn Marmottons. Diese kann zwar nicht mit rekordverdächtigen technischen Daten glänzen, weiss aber auf andere Art und Weise zu gefallen. Mit Baujahr 1973 ist sie nicht nur eine der ältesten Anlagen im Gebiet. Es handelt sich bei ihr auch um eines der seltenen Produkte der französischen Firma Transtélé, die in den 70er und 80er Jahren in Frankreich Schlepplifte und Sesselbahnen nach Doppelmayr-Bauweise erstellte. Auffallend ist auch hier wieder das konsequente weisse Stützendesign der älteren Anlagen im Gebiet.

Startklar zum Aufbruch auf die Grands Montets

Gegen 12.50 Uhr machen wir uns langsam aber sicher startklar zum Aufbruch in Richtung Mittelstation, um uns dort pünktlich in der Reservierungsschlange einzufinden. Da es keinen Sinn mehr hat, bis 13 Uhr noch schnell eine Fahrt an einer anderen Anlage zu machen, lassen wir es gemütlich angehen und treffen gegen kurz vor ein Uhr an der Talstation der zweiten Sektion ein. Hier weist uns eine Hinweistafel darauf hin, dass erst die Kabine Nr. 25 abfahrbereit ist, sodass wir noch ein wenig Zeit haben. Die Wartezeit überbrücke ich mit einigen Film- und Fotoaufnahmen der umliegenden Seilbahnen, die ich sonst später sowieso noch machen würde.

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Luftseilbahn Grands Montets.

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In der Mittelstation fällt der Blick auf diese historischen Bilder der Kabinenbahn Bochard. Die heutige Anlage von Doppelmayr ist ja nicht gerade technisch uninteressant. Aber wenn ich hier sehe, was da vorher stand, krieg ich die Krise … ;-) Erst eine Carlevaro-Sesselbahn mit Eier-Hauben und dann ein scheinbar ähnliches Exemplar von Montaz Mautino! Man, man, man ich bin einfach 30 Jahre zu spät geboren!

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Um 13.35 Uhr ist es dann endlich soweit und unsere Kabine Nr. 28 hebt mit zehnminütiger Verspätung Richtung Grands Montets ab. Obwohl ich einen guten Fensterplatz ergattern kann, ist an fotografieren aufgrund der völlig zerkratzten Scheiben nicht zu denken. So geniesse ich die spektakuläre Fahrt über 1300 Höhenmeter. Ein Vergnügen, das man selbst in der Schweiz an öffentlichen Anlagen nicht erleben kann!

Überwältigender Ausblick auf Argentière und die Alpen

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Der Ausblick von der Bergstation ist imposant. Über 2000 Höhenmeter Abfahrt am Stück bis Argentière, das im Talboden winzig erscheint, erwarten uns in den folgenden Minuten.

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Vor der Abfahrt geht’s allerdings standesgemäss noch zur Aussichtsplattform auf dem Gipfel. Der Aufstieg über die steile Treppe ist dank der dünnen Luft mit etwas Schnaufen verbunden. Doch einmal oben sind die Anstrengungen schnell vergessen. Richtung Nordosten ergibt sich dann dieser Blick auf den Glacier d’Argentière mit der gleichnamigen Aiguille dahinter. Rechter Hand die Aiguille Verte. Wenn der Gletscher dort oben in ein paar Jahren mal runterkommt, könnte man ja auch über Sektion drei nachdenken ;-) . Der Zaun links im Bild dient übrigens dem Einstieg in eine ziemlich krasse, nicht offizielle Skiroute. Die offizielle Abfahrt beginnt nach einem langen Abstieg über zahllose Treppenstufen auf dem in der Bildmitte sichtbaren Plateau.

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Auch einen Eindruck vom Skigebiet Les Houches, westlich von Chamonix gelegen, bekommt man hier. Auch dieses Gebiet ist im Skipass inbegriffen.

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Nicht fehlen darf natürlich auch ein Foto vom Höchsten der Alpen. Rechts die markante Bergstation der Aiguille du Midi mit der Verbindungsbrücke zwischen den zwei Gipfeln.

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Auch das Brévent-Skigebiet darf in der Zoom-Sammlung nicht zu kurz kommen: links oben der Brévent-Gipfel, der bereits seit den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts durch eine Luftseilbahn erschlossen ist. Auch von diesem schroffen Gipfel gibt es eine offizielle Abfahrt. Grundsätzlich scheint das Gebiet einen ähnlichen Charakter zu besitzen wie die Grands Montets. Eine über alles erhabene Gipfelbahn, einige Anlagen rundherum und viel Platz für Freerider in ausnahmslos anspruchsvollem Gelände.

2000 Höhenmeter bis nach Argentière

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Am Ausblick auf den Glacier d’Argentière kann man sich einfach nicht satt sehen. Hier mit der endlos breiten Skiroute im Vordergrund, auf die wir uns gleich stürzen.

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Die ersten Buckel sind schon viel zu schnell vorbei, da wird einem die Genialität dieses Skibergs wieder einmal bewusst!

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Nach den ersten etwa 400 Höhenmetern teilt sich die Abfahrt in zwei Varianten auf. Linker Hand die Piste des Pylônes, die über den Col des Rachasses zur Bergstation der Sesselbahn La Herse führt. Wir entscheiden uns jedoch für die rechte Variante, die Piste du Point de Vue, von der aus man – wie der Name schon andeutet – eine grandiose Aussicht auf den Gletscher hat.

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Impressionen von der Piste du Point de Vue.

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Um die 2000 Höhenmeter am Stück fahren zu können, entscheiden wir uns für eine Fahrt über die Variante de l’Hôtel, eine bucklige Abkürzung, die am Ende auf die präparierte Talabfahrt mündet. Dieser Teil ist weniger schön zu fahren, die Buckel sind zu hoch für ein rhythmisches Fahren und zu allem Überfluss ist die Schneelage hier sehr dürftig. So sind wir nicht unglücklich darüber, wieder präpariertes Territorium zu erreichen.

Das nächste Kuriosum wartet bereits im Tal

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Eine gute halbe Stunde nach Aufbruch und vielen Fotostopps unterwegs erreichen wir schliesslich wieder das 1250 Meter hoch gelegene Argentière und die Talstation der Sesselbahn Plan Joran. Eine durchwegs anspruchsvolle und überaus geniale Abfahrt hat ihr Ende genommen. Und doch geht es ja gerade eigentlich erst richtig los. Bislang haben wir ja erst einen Bruchteil des Gebiets gesehen!

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Nach der kräftezehrenden Abfahrt kommt eine Fahrt mit der Sesselbahn Plan Joran gerade richtig. Doch zu früh gefreut. Wie üblich bei den Sesselbahnen von Montaz Mautino sind die Schliessbügel für Normalsterbliche viel zu klein gebaut, sodass ich meine Ski nicht abstellen kann. Immerhin werden bei den zahlreichen Niederhaltern dieser äusserst klapprigen Bahn die Muskeln wieder etwas gelockert ;) .

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Auch ohne den kultigen Einstieg ist die Bahn alles andere als uninteressant. 96% maximale Steigung weist die Sesselbahn auf und zählt damit zu den steilsten Anlagen, die ich je gefahren bin. Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, an diesen Hang eine Sesselbahn zu stellen, er muss ein Herz für Seilbahnfans gehabt haben :) . Bemerkenswert ist auch, dass selbst in diesem unwirtlichen Gelände nahezu jeder Schneefleck von Wintersportlern befahren worden ist.

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Nach einer spannenden Fahrt und zwei Zentimeter längeren Beinen als im Tal wird der Blick auf die Grands Montets wieder sichtbar. Im Gegensatz zu den anderen Sesselbahnen in diesem Bereich besitzt die Anlage am Plan Joran einen rostbraunen Anstrich, der sich aber bestens in die bewaldete Umgebung einfügt.

Französische Verkehrsverhältnisse auf der Piste

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Nächste an der Reihe ist die Sesselbahn Tabé, unverkennbar ein Produkt von Poma. Obwohl ich mich am äussersten Pistenrand befinde, springt mir beim Filmen ein Snowboarder wenige Zentimeter von der Kamera entfernt durch Bild. Nur ein Fall von beängstigenden Manövern, die die Skifahrer hier an den Tag legen. Ähnlich wie ich es an anderen Orten in Frankreich schon erlebt habe, ist das Fahrverhalten der Franzosen auf der Piste äusserst dubios. Kaum einer besitzt auch nur ansatzweise eine gute Technik, alle fahren aber wie die Irren den Berg runter. Ohne Helm natürlich, der ist hier völlig verpönt.

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Die Fahrt mit der Sesselbahn Tabé ist ein äusserst langwieriger Akt, aber immerhin kann ich hier meine Ski mal wieder auf der dafür vorgehesenen Halterung abstellen.

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Ein kleiner Sprung zur Bergstation der Kabinenbahn Bochard. Wie schon in der Luftseilbahn lassen die zerkratzten Scheiben keine Fotoaktivitäten zu.

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Auch von hier hat das Panorama seinen Reiz, wenngleich durchaus nachvollziehbar ist, dass die zehn Euro teurere Karte für den Gipfel ihre Nachfrager findet.

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Von aussen ist der Schaufelbagger im Gebiet ziemlich fotogen, auch wenn er wie anderswo üblich feuerverzinkte Stützen besitzt. Markant sind auch die hervorstehenden Dächer an allen Kabinen, deren Zweck sich mir bis heute nicht erschliesst.

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Bei der Abzweigung der Piste de Chamois, die uns in die Combe de la Pendant führt, entsteht dieser Schnappschuss der Kabinenbahn Bochard.

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Auch hier treffen wir wieder auf eine äusserst schön zu fahrende Buckelpiste.

Abfahrt in den abgelegensten Sektor des Skigebiets Argentière

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Der Südhang der Combe de la Pendant ist bereits sehr sulzig, sodass wir uns hier nicht lange aufhalten und gleich mit der sichtbaren Montaz-Sesselbahn, die sinnigerweise auf den Namen Retour Pendant hört, ins Hauptgebiet zurückkehren.

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Die Sesselbahn Retour Pendant mit dem grössten Teil ihrer Strecke. Auch wenn die Montaz-Dreiersessel meiner Meinung zu den schönsten überhaupt gehören, so sind sie eine einzige Fehlkonstruktion. Und wieder baumeln die Beine ;) .

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Für eine fix geklemmte Sesselbahn ist die Länge bereits an der Schmerzgrenze, insbesondere bei dieser äusserst langsamen Geschwindigkeit.

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Eine baugleiche Sesselbahn findet sich im 90°-Winkel zur Retour Pendant und hört auf den Namen Plan Roujon. Mehr oder weniger parallel zur Sesselbahn Tabé gelegen, aber viel schlechter zu erreichen, fährt hier kein Mensch. Der Sinn hinter dieser seit 25 Jahren bestehenden Situation bleibt fraglich.

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Dennoch machen die Montaz-Sessel auch an dieser Anlage wieder eine gute Figur.

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Die Sesselbahnen Plan Roujon und Retour Pendant mit Argentière und dem Col des Montets im Hintergrund.

Nachmittägliches Ziel: Optimale Ausbeute!

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Langsam aber sicher müssen wir planen, welche Anlagen wir noch fahren wollen, denn ein Blick auf die Uhr verrät, dass die Bahnen nun nach und nach den Betrieb einstellen. Erste ist die Kabinenbahn Bochard, die um 16.20 Uhr die letzten Gäste befördert. Da wir die vordere, rote Abfahrt noch nicht gefahren sind, lassen wir uns von diesem Monstrum noch einmal auf knapp 2800 Meter Höhe katapultieren.

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16.25 Uhr ist es, als wir wieder auf Lognan eintreffen, gerade noch Zeit genug, die Sesselbahn La Herse mitzunehmen, die um 16.30 den Betrieb einstellt. Ein Glück: die hier zu sehende Sesselbahn Marmottons fährt noch bis 16.45 Uhr. Das müsste also auch noch drin liegen.

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Unterwegs in der Sesselbahn La Herse, die hier leider im Schneckentempo den Berg hinaufkriecht. Doch nach zwei Dritteln der Strecke geht es Richtung Feierabend und wir kommen in den Genuss von 5,5 m/s :) .

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Auch diese Bahn erschliesst neben einer präparierten Abfahrt wieder eine Vielzahl an Variantenabfahrten. Darüber die beeindruckende Luftseilbahn Grands Montets.

Beeindruckende Architektur am Berg

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Von der Stütze, die sich direkt neben der Bergstation La Herse befindet, entsteht diese leicht künstlerisch inspirierte Aufnahme. Da die Bahn den Betrieb für heute bereits eingestellt hat, lohnt es sich nicht, auf eine Kabine zu warten, die die Stütze passiert. Zudem zeigt ein Blick auf die Uhr, dass wir uns langsam beeilen sollten, wenn wir noch mit der Sesselbahn Marmottons fahren wollen.

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Von der Seite werden die Ausmasse dieses Konstrukts erst richtig deutlich – ich kann mich einfach nicht satt sehen.

Premiere auf der letzten Fahrt des Tages

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Geschafft! Nur vier Minuten vor Betriebsschluss steigen wir auf einen Sessel der Sesselbahn Marmottons. Meine erste Fahrt mit einer Transtélé-Anlage! Linker Hand die Kabinenbahn Bochard, die schon seit einiger Zeit garagiert wird.

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Besonderheit dieser Bahn ist in erster Linie das enorm lange Spannfeld zwischen den Stützen zwei und drei, das bei dieser Auslastung schön zur Geltung kommt. Warum ausgerechnet diese mit Abstand uninteressanteste Bahn im Gebiet am längsten läuft, ist mir nicht ganz klar. Zumal sie eine vollkommen redundante Anlage ist. Wie man sieht, wird das Angebot aber durchaus angenommen, speziell von Skischulen, die hier bis 17 Uhr gehen.

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Bochard, Grands Montets, Aiguille d’Argentière und Mond.

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Nach einer Rundrohr- und einer Fachwerkstütze treffen wir kurz vor der Bergstation interessanterweise eine typische konische Doppelmayr-Vierkantstütze an.

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Die Bergstation im typischen Stil der 70er Jahre.

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Mit der letzten Fahrt des Tages kommt auch das Personal wieder von der Aiguille des Grands Montets ins Tal. Für mich die ideale Gelegenheit, noch ein Abschlussfoto zu schiessen, ehe wir uns ebenfalls auf den Weg über die völlig überfüllte Abfahrt ins Tal machen.

Ein Ort auf Erden, der seinesgleichen sucht

Zurück am Auto werfen wir noch einmal einen Blick auf die untergehende Sonne, die die Berge rund um Chamonix in ein nahezu kitschiges Abendrot eintaucht. Gute 45 Minuten später erreichen wir wieder unser Domizil in Saint-Maurice. Was in Erinnerung bleibt, ist einer der wohl besten Skitage meines Lebens. Das Skigebiet von Argentière ist ein Ort auf Erden, der seinesgleichen sucht. Nicht was das Panorama angeht, oder die technische Rafinesse, mit der die Grands Montets und die umliegenden Berge erschlossen sind. Diese gibt es, wenn auch in etwas anderer Form, auch an einigen, aber wenigen anderen Orten in den Alpen. Es ist vielmehr das Erlebnis, an diesem Berg skizufahren. Es ist ein gänzlich anderes Erlebnis als ich es in vielen anderen Skigebieten hatte.

Und das liegt vor allem an den grossen Höhendifferenzen, die hier an einem Stück und mit durchwegs anspruchsvollen, steilen Hängen bewältigt werden können. Eine Abfahrt über 2000 Höhenmeter ohne nennenswerte Schrägfahrten zwischendurch wird man in dieser Form anderswo kaum antreffen. Und dann ist da noch die Tatsache, dass tatsächlich der gesamte Hang eine einzige Piste darstellt. Was anderswo langweilig erscheint, wenn alle Anlagen die mehr oder wenige selbe Ausrichtung haben, so ist es in Argentière gerade dieser Umstand, der dem Gebiet seinen einmaligen Charakter verleiht.

Auch wenn die Ermittlung einer Reihenfolge natürlich schwierig ist, Argentière zählt nach dem Besuch zu meinen absoluten Favoriten. Und da gibt es nicht allzuviele davon. Es ist ein Gebiet, das man selbst erlebt haben muss, um wirklich begreifen zu können, was skifahren an diesem Berg ausmacht. Es ist DER Skiberg schlechthin!

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