Nigardsbreen-Gletscher & Sognefjell

Langsam habe ich mich daran gewöhnt, dass ich nachts immer mal wieder die Regentropfen auf dem Autodach trommeln höre. Auch am frühen Morgen regnet es noch, sodass ich es erst einmal gemütlich angehe. Eine weite Strecke habe ich für heute ohnehin nicht vorgesehen. Als es dann gegen 9 Uhr endlich aufhört zu regnen und der Himmel etwas heller wird, nehme ich die verbliebenen Kilometer von meiner Übernachtungsstätte zum Nigardsbreen-Gletscher in Angriff.

Der letzte Teil der Straße ist natürlich wieder mit einer Maut versehen. Zwar nur 40 NOK, aber irgendwie läppern sich diese ganzen Gebühren mit der Zeit. Dafür ist dann immerhin der Parkplatz kostenlos. Selbiger ist selbst zu dieser frühen Stunde schon recht gut gefüllt. Als dann auch noch zwei Busse voller Japaner ankommen, fühle ich mich schon fast wieder nach Neuseeland zurückversetzt. Egal wo auf der Welt man eine Sehenswürdigkeit besucht, Japaner und Deutsche trifft man grundsätzlich immer an.

Wanderung zum Nigardsbreen-Gletscher

Nigardsbreen

Allerdings muss ich nur wenige Meter vom Parkplatz auf dem Wanderweg Richtung Gletscher laufen, um wieder völlig meine Ruhe genießen zu können. Nahezu alle Gäste nehmen nämlich den Weg über den Gletschersee per Boot. Damit ersparen sie sich etwa die Hälfte des Weges. Da ich mich aber darauf freue, mich nach der ewigen Sitzerei im Auto endlich mal wieder bewegen zu können, nehme ich natürlich den Wanderweg.

Obwohl die Strecke bis zum Gletscher nur rund 1,5 Kilometer beträgt, benötige ich fast eine ganze Stunde. Speziell in dem Teil, in dem der Weg durch das Boot gedoppelt wird, ist quasi kein Vorankommen möglich. Immer wieder geht es über rutschige Steine, Stufen und größere Absätze. Wie schon am Preikestolen ist das Wandern hier alles andere als ein Vergnügen. Bei so viel Mauteinnahmen müsste man eigentlich annehmen, dass genug Geld da ist, um Straße und Wanderweg besser zu pflegen als das derzeit der Fall ist. Aber vielleicht will man die Leute auch einfach nur dazu bewegen, das Boot zu benutzen (das natürlich auch nochmal extra kostet).

Nigardsbreen

Nigardsbreen

Nigardsbreen

Gletschereis zum Greifen nah

Der Anblick des Gletschers ist durchaus sehenswert. Zumal man im Gegensatz zu vielen anderen Gletschern mehr oder weniger direkt an das Gletschertor heran wandern kann. Und hinzu kommt, dass ich bislang noch selten derart blaues Gletschereis in Natura gesehen habe. Ich erkunde die Gegend noch ein wenig und lichte den Gletscher mit seinem aus ihm entspringenden Bach aus verschiedenen Perspektiven ab. Um die Mittagszeit schlendere ich gemütlich wieder zum Parkplatz zurück. Immerhin hat der Himmel ein Einsehen und zeigt sich teilweise sogar kurzzeitig von seiner blauen Seite. Doch auf dem Weg zurück in Richtung Sognefjord öffnet er bereits wieder seine Schleusen.

Brücke am Nigardsbreen

Gletscherwasser am Nigardsbreen

See am Nigardsbreen

Wasserfall am Nigardsbreen

Nigardsbreen aus der Distanz

Aussichtslose Wetterprognose am Sognefjord

So lege ich eine ausgedehnte Mittagspause ein, während der ich nochmal intensiv die Wetterprognose für die nächste Zeit prüfe. Aber egal wo ich auch schaue, das Wetter scheint einfach überall so unbeständig zu bleiben wie es derzeit ist. Je nach Ort und Uhrzeit ergibt sich vielleicht mal die Chance auf ein paar Sonnenstrahlen, ansonsten sieht es aber für die gesamte Woche überall nach Schauern und dichten Wolken aus. Lediglich für heute Abend soll es auf meinem weiteren Weg über das Sognefjell nach Norden etwas besser sein. Daher erledige ich noch ein paar Einkäufe für die nächsten Tage, bevor ich die enge und steile Passstraße über das Sognefjell in Angriff nehme.

Sognefjord

Straße zum Sognefjellet

Straße zum Sognefjellet

Die geniale Straße zum Sognefjell

Unterwegs wird das Wetter tatsächlich etwas besser und es zeigt sich sogar wieder ein wenig blauer Himmel zwischen den ansonsten aber immer noch dicken Wolken, die an den umliegenden Bergen hängen. Dennoch wird der Blick auch auf die mächtigen Gletscher möglich, die sich hier rund um die Straße auf einer breiten Hochebene erstrecken. Daher erscheint mir das Sognefjell noch eine Nummer interessanter als das Vikafjell, über das ich gestern von Myrkdalen nach Vangsnes gefahren bin.

Mit der Überfahrt über die Passhöhe endet damit auch mein Aufenthalt am Sognefjord. Einige Kilometer nördlich finde ich ein schönes Plätzchen, um die Nacht zu verbringen. Sollte das Wetter morgen Vormittag noch halbwegs passabel sein, will ich einen zweiten Sommerskitag, diesmal am Galdhøppigen, einlegen. Jetzt am Abend zeigt sich der Himmel wieder einmal heiter. Aber das war in den vergangenen Tagen schon öfter der Fall und am nächsten Morgen hat es doch wieder ganz anders ausgesehen.

Sognefjellet

Sognefjellet

Sognefjellet

Straße zum Sognefjellet

Sognefjellet

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