Obersaxen – Lumnezia • Weitläufig und ursprünglich

Nach meinem Ausflug ins Berner Oberland stehen für mich noch weitere Ziele in diesem Winter auf dem Programm. Einerseits soll es im Frühjahr noch für ein paar Tage ins Wallis gehen, andererseits gibt es aber auch noch ein Skigebiet im Kanton Graubünden, das auf meiner Liste steht. Obersaxen ist in Sachen Seilbahntechnik nicht ganz so interessant wie jene Skigebiete mit klapprigen Kabinenbahnen oder kultigen Pendelbahnen. Aber Obersaxen besitzt mit dem Schlepplift von Gischniga auf den Stein eine wahre Grösse des Schleppliftbaus.

Der Schlepplift Gischniga-Stein

Die Anlage von der Firma Städeli stammt aus dem Jahre 1976 und besitzt mit einer Höhendifferenz von 604 Metern die zweitgrösste bei den derzeit noch existenten Schleppliften der Schweiz. Viel grössere Höhenunterschiede gab es auch nicht – absoluter Rekordhalter war der schon 1970 ersetzte Gurtenschlepplift Monts Chevreuils in Château-d’Oex mit 697 Höhemetern. Derzeit erstplatzierter ist der Schlepplift Törbeltälli in Bürchen mit 648 Höhenmetern.

Doch nicht nur seine Höhendifferenz, sondern auch seine Trassierung und die Technik des Schlepplifts machen ihn zu einem absoluten Unikat. Als einer der ersten Schlepplifte der Firma Städeli wurde er mit einer hydraulischen Abspannung ausgestattet. Mehrheitlich besitzt er Fachwerk-T-Stützen, aber auch zwei der seltenen schmalen Portalniederhalter. Einer davon an der Ausstiegsstelle, was dem Lift ein zusätzliches Kuriosum verleiht.

Als zentral gelegene und daher strategisch äusserst wichtige Anlage im Skigebiet Obersaxen ist der Schlepplift Gischniga-Stein allerdings nicht ganz überraschend schon lange auf der Abschussliste. Einer kuppelbaren Sesselbahn mit grösserer Förderleistung soll er weichen. Eigentlich war der Ersatz schon für 2017 beschlossene Sache, Einsprachen verhinderten aber den Bau. So erhielt der altehrwürdige Schlepplift für diesen Winter noch eine letzte Gnadenfrist. Grund genug, das Skigebiet Obersaxen nach elf Jahren Abstinenz wieder einmal aufzusuchen.

Zur Geschichte des Skigebiets Obersaxen

Das Skigebiet Obersaxen liegt in der nordbündnerischen Surselva. Auf der gegenüberliegenden Talseite grüssen die bekannten Skigebiete Brigels-Waltensburg und Flims-Laax-Falera. Seit Mitte der 50er Jahre wird in Obersaxen skigefahren. Damals erstellte die Firma Tebru einen ersten kurzen Übungslift am Chummenbühl. In den 60er Jahren folgte die Erschliessung des Steins, einem der heute wichtigsten Gipfel im Skigebiet, durch Sesselbahnen der Firma Müller. Zur selben Zeit entstanden auch im nahegelegenen Dorf Surcuolm ein zweiter Skigebietssektor, der sich rund um den Piz Mundaun erstreckte. Ab Mitte der 70er Jahre drehten hier insgesamt vier Schlepplifte der Firma Bühler ihre Runden.

Das Skiareal erstreckt sich allerdings nicht nur auf den Nordhängen der Walsersiedlung Obersaxen, sondern auch bis auf die andere Seite des Bergrückens ins Val Lumnezia. Einstiegspunkt auf dieser Seite ist seit dem Jahr 1970 die Ortschaft Vella. Seinerzeit konnte mit zwei Sektionen Sesselbahn der Firma Habegger der Hitzeggen erschlossen werden. Eine letzte grosse Erweiterung erfolgte gegen Ende der 70er Jahre mit der Erschliessung des Piz Sezner, der heute den westlichsten Punkt des Skigebiets darstellt.

Eine ganz wesentliche Besonderheit des Skigebiets ist damit die Erschliessung des Bergrückens zwischen Piz Mundaun und Piz Sezner von zwei Seiten. Keiner der Gipfel wird dabei von beiden Seiten gleichzeitig erschlossen. Nur der Hitzeggen ist von der Südseite erreichbar, Piz Mundaun, Stein und Piz Sezner dagegen von der Nordseite. Über einige landschaftlich sehr lohnende, weit abgelegene Pisten kann zwischen Nord- und Südseite gewechselt werden. Dies verleiht dem Skigebiet einen recht einmaligen Charakter. Andere Skigebiete mit vergleichbarer Konstellation besitzen in der Regel mindestens einen Gipfel, der von beiden Seiten durch Seilbahnen erschlossen ist.

Skitag in Obersaxen inmitten sibirischer Kälte

Ende Februar 2018 überrollt eine sibirische Kältewelle die Schweiz. Stetig drückt eine zügige Bise zudem tagtäglich Hochnebelfelder bis weit in die Alpentäler hinein. Tage mit angenehmen Temperaturen und sonnigem Wetter sind daher selten. Der 24. Februar bildet eine willkommene Ausnahme. Ein zwischenzeitliches Hoch bringt etwas wärmere Luft in den Alpenraum. So mache ich mich an diesem Samstag früh morgens auf den nicht allzu langen Weg nach Obersaxen.

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Meinen Skitag beginne ich an der Talstation der Sesselbahn Valata-Cuolm Sura. Die Städeli-Anlage stammt aus dem Jahr 1981 und war seinerzeit die erste fix geklemmte Dreiersesselbahn der Schweiz.

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Die Erschliessung des Sektors erfolgte aber bereits ein gutes Jahrzehnt zuvor. 1969 erstellte die Firma Bühler zwei Sektionen Schlepplift von Valata bis auf den Piz Mundaun. Die erste Sektion wurde durch die heutige Dreiersesselbahn ersetzt und noch im selben Jahr als Schlepplift Tegia Dado an anderer Stelle im Skigebiet wieder aufgestellt.

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Unterwegs fällt der Blick auf das malerische Dorf Surcuolm. Zeit gibt es genug, die Ausblicke zu geniessen. Die Sesselbahn ist so unglaublich langsam, dass die Fahrt über eine Viertelstunde in Anspruch nimmt. Problematisch ist vor allem, dass sie die Geschwindigkeit für Wanderer auch noch ständig reduziert.

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Nach einem Stützenquartett geht es über eine Kuppe und die Bergstation Cuolm Sura kommt in Sicht.

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Die Bergstation im klassischen Städeli-Design mit fix installiertem Antrieb und den Farben grün, blau und orange.

Der Piz Mundaun als erstes Tagesziel

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Eine grosse Auswahl an Möglichkeiten zur Weiterfahrt bietet sich an der Bergstation nicht. Einfachste Methode, um mehr Höhe zu gewinnen, ist die Sesselbahn auf den Piz Mundaun. Die 6er-Sesselbahn stammt aus dem Hause Doppelmayr und ersetzte 1998 die zweite Sektion Bühler-Schlepplift auf den Piz Mundaun.

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Am Morgen ist die Anlage eine schattige Angelegenheit. Steil führt sie über die Nordflanke auf den Gipfel des Piz Mundaun. Der Vorgänger besass eine andere Trassierung, war aber ähnlich steil und dementsprechend gefürchtet. Ihn mit seiner scharfen Zwirbelkurve am Grat wäre ich gerne einmal gefahren.

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Auf dem Gipfel grüsst erstmals an diesem Tag die Sonne. Die spartanische Bergstation ist nicht gerade eine Augenweide, …

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… dafür kann sich die Aussicht Richtung Hitzeggen und Stein durchaus sehen lassen.

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Wegen der Sesselbahn bin ich aber natürlich nicht nach Obersaxen gekommen. Mein erstes Tagesziel ist der Schlepplift Sasolas-Plitschès, ein steinalter und weitgehend original erhaltener Bühler-Schlepplift mit Kurzbügeln. Ich erreiche ihn über eine landschaftlich sehr lohnende Abfahrt, die sprichwörtlich einmal um den Piz Mundaun herum führt.

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Im weiteren Verlauf der Abfahrt bieten sich auch sehenswerte Ausblicke in die Surselva. Die Piste ist abwechslungsreich, coupiert und sehr natürlich trassiert. Das gefällt schonmal sehr!

Nostalgie am Schlepplift Sasolas – Plitschès

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An der Talstation des Schlepplifts Sasolas angelangt werde ich von einer langen Warteschlange überrascht. Eigentlich wäre der Schlepplift durchaus in der Lage, deutlich mehr Personen den Berg hinauf zu ziehen. Aber die riesigen Gehängeabstände sind wohl ein Versuch, den Sektor Sasolas so unattraktiv wie möglich zu machen.

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Dafür gibt mir die Warteschlange Gelegenheit für zahlreiche Fotos und Videos. 1973 entstand dieser Lift als vorerst letzte Neuerschliessung im Bereich des Piz Mundaun.

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Und schon bald weiss ich, dass sich der Ausflug schon so früh am Morgen mehr als gelohnt hat. Skifahren wie in den 70er Jahren, hier ist das noch in vollem Umfang möglich!

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Nach 16 Zwischenstützen ist die Bergstation in Sichtweite. Dank der recht flotten Fahrgeschwindigkeit ist selbige schnell erreicht. Keine Selbstverständlichkeit in Obersaxen, wie ich im Laufe des Tages noch feststellen werde.

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Der Ausblick auf die verschneite Rheinschlucht ist famos.

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Auf der anderen Seite des Grats erwartet mich der Schlepplift Plitschès. 1971 erstellt ist er noch zwei Jahre älter als das Pendant auf Sasolas. Schon vor vielen Jahren wurde er aber auf Langbügel umgebaut und kommt daher weit weniger original daher. Er dient sowohl als Übungslift als auch als Hauptzubringer in den Sektor Sasolas. Von der Bergstation der Sesselbahn Cuolm Sura ist er über einen kurzen Seillift erreichbar.

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Auch der Schlepplift Plitschès befindet sich am Morgen noch zu weiten Teilen im Schatten des Piz Mundaun. Die wunderbar coupierten Pisten zwischen den Maiensässen hindurch sind aber trotzdem ein Genuss.

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Notgedrungen geht es ein weiteres Mal auf den Piz Mundaun, um in die westlichen Bereiche des Skigebiets Obersaxen vorzudringen. Lange Jahre war das auch über den angesprochenen Schlepplift Tegia Dado möglich. Dieser wurde jedoch 2004 stillgelegt und im vergangenen Sommer endgültig abgebaut. Sehr schade, denn für Wiederholungsfahrten auf der kompletten Strecke muss nun stets die langsame Sesselbahn Valata-Cuolm Sura genutzt werden.

Gemütliche Fahrt von Gischniga auf den Stein

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Auf dem Weg nach Gischniga kann ich bereits mein zweites wichtiges Tagesziel erspähen. Der Schlepplift auf den Stein, den es ja eigentlich schon seit letztem Jahr nicht mehr geben soll. Am Horizont grüsst die Sesselbahn Kartitscha-Stein, zu der es später noch gehen soll.

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Und auch hier gibt es wieder eine lange Warteschlange an der Talstation. Aber gut, es ist Samstag und der erste schöne Tag seit langem. Nichtsdestotrotz ist es kein Wunder, dass man hier einen kapazitätsstärkeren Ersatz plant. Immerhin ist der Schlepplift Gischniga-Stein eine strategisch äusserst wichtige Anlage. Neben seiner Funktion als interessante Beschäftigungsanlage ist er auch der wichtigste Zubringer vom Sektor Mundaun in den westlichen Skigebietsteil auf der Nordseite. Der einzige andere Weg führt über die Südseite und den Hitzeggen.

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Ein Blick auf die Strecke steigert die Vorfreude nur noch mehr. Keine Pistenraupenspur im Lifttrassee, wellige, breite Abfahrten und ein endlos lang erscheinender Schlepplift. Wer braucht hier schon eine Sesselbahn, ein zweiter Schlepplift nebenan wäre weitaus stilechter! ;-)

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Ungewöhnlich für einen Städeli-Schlepplift aus dieser Zeit besitzt er eine hydraulische Abspannung. Leider fährt der Lift unglaublich langsam. Der Grund dafür ist nicht wirklich ersichtlich.

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604 Höhenmeter Schleppliftvergnügen – da braucht es sonst nichts mehr!

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Anders als bei meinem letzten Besuch im Februar 2007 besitzt der Schlepplift nun scheinbar ausschliesslich Gehänge vom Typ SL-HX. Damals waren auch noch Exemplare des älteren Typs SL-9H im Einsatz.

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Ein Blick hinüber zum Hitzeggen mit seinen Abfahrten.

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Ein kurioser Ausstieg mit einem einseitigen Niederhalter und eine schlichte Bergstation auf dem ausgesetzten Grat runden das Schleppliftpaket ab.

Der Paradehang am Piz Sezner

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Vom Stein aus mache ich mich auf in den westlichsten Teil des Skigebiets. Die Piste hinab nach Wali ist allerdings aufgrund der eher durchschnittlichen Präparierung kein grosses Vergnügen.

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Von Wali führt mich der Weg auf den Piz Sezner. Eine 6er-Sesselbahn der Firma Garaventa verrichtet hier seit dem Jahr 1999 ihren Dienst. Sie ist eine von drei baugleichen Anlagen, die im Kanton Graubünden in jenem Jahr erstellt wurden. Die anderen beiden stehen in Savognin und auf der Lenzerheide.

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Auch wenn ich es selten sage, aber an diesem Berg ist eine 6er-Sesselbahn keineswegs überdimensioniert. Mit sage und schreibe sechs Abfahrten auf der Nordseite und drei ins Val Lumnezia auf der Südseite hat die Anlage ihre Berechtigung. Zuvor stand hier ein einzelner Schlepplift, ebenfalls aus dem Hause Garaventa.

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Ein Blick auf den Stein im Vordergrund, dahinter das Skigebiet Flims-Laax-Falera.

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Auch die sonnigen Südhänge von Brigels-Waltensburg sind bestens sichtbar. Hier hat es mir anno 2008 ebenfalls sehr gut gefallen. Mangels interessanter Seilbahnen liegt ein erneuter Besuch aber in weiter Ferne.

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Die Sesselbahn Wali-Piz Sezner in ihrer gesamten Länge.

Ausruhen auf der Sesselbahn Wali – Stein

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Von Wali aus führt mich der Weg noch einmal auf den Stein. Die Sesselbahn auf dieser Strecke konnte 1985 von der Firma Städeli als Neuerschliessung erstellt werden. Seither eignen sich die Hänge hier auch für Wiederholungsfahrten, was zuvor nur über Miraniga oder Vella möglich war. Ein technisches Detail: Da die Seilspur in der Talstation geringer ist als auf der Strecke, wird dies über schräge Rollen an Stütze 2 ausgeglichen.

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Dank Förderbandeinstieg ist die Anlage glücklicherweise nicht ganz so langsam wie das vier Jahre ältere Pendant in Valata. Wegen zahlreicher Fussgänger reduziert aber auch diese Bahn ständig die Geschwindigkeit. Auch einige Skifahrer verzichten auf eine Fahrt auf der eisigen Piste und schweben mit der Sesselbahn hinab nach Wali. Der Paradehang am Piz Sezner ist sogar für solche Taten lukrativ genug.

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Während der Fahrt bleibt ausreichend Zeit für zahlreiche Fotos vor blauem Himmel.

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Die Bergstation in den typischen Städeli-Farben.

Wilde Landschaft im Val Lumnezia

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Mich führt der Weg ein weiteres Mal auf den Piz Sezner. Vorbei an sanften, touristisch weitgehend unberührten Landschaften will ich nun die lange Abfahrt nach Vella in Angriff nehmen.

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Landschaftlich ist diese Piste ein Genuss, aus skifahrerischer Sicht dagegen etwas eintönig. Grösstenteils ist die Piste genau so flach, dass man weder schwingen noch schieben muss. Erinnert mich ein wenig an die Piste von der Mossette nach Morgins in den Portes du Soleil. Als Tagesabschluss im Abendlicht dürfte die Piste aber eine Wucht sein!

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In Vella hat mich die Zivilisation wieder. Der Schnee ist hier bereits leicht sulzig, aber noch problemlos zu fahren. Zurück in Richtung Hitzeggen bringt mich auf der ersten Sektion eine Sesselbahn der Firma Garaventa. 2005 war es eine der ersten Anlagen, die unter diesem Namen nach dem System Doppelmayr gebaut wurde.

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Die Anlage ersetzte auf gleicher Strecke eine Habegger-Sesselbahn aus den 70er Jahren. Am Horizont liegt bereits die Bergstation Triel samt Bergrestaurant. Dieses scheint seit meinem letzten Besuch neu gebaut worden zu sein, jedenfalls kann ich mich nicht an diesen architektonisch wertvollen Bau erinnern.

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Von Westen drückt die nächste Wolkenfront während des gesamten Tages, kommt aber glücklicherweise nicht wirklich voran.

Von Vella auf den Hitzeggen

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Anders als die erste Sektion ist die zweite Anlage in Richtung Hitzeggen den ganzen Tag am Anschlag. 1994 erstellte die Firma Doppelmayr diese Bahn, die Talstation des Vorgängers von Habegger dient heute als Sesselgarage.

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Optisch sicher keine Augenweide, aber ich mag diese Bahnen, die kompromisslos mit 5 m/s den Berg hinaufdonnern.

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Gegen Ende wird die Strecke steil und führt an einigen markanten Fischmäulern vorbei.

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Die markante Y-Stütze auf dem Hitzeggen ist das Markenzeichen der Sesselbahn und schon von weit her sichtbar.

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Für mich geht es nun erst einmal zurück auf die Nordseite und über längere Querfahrten nach Kartitscha. Von hier aus ist der Hitzeggen nicht mehr sichtbar, dagegen kommt wieder der Piz Mundaun ins Blickfeld.

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Weiter hinab nach Meierhof komme ich an der Sesselbahn Meierhof-Kartitscha vorbei. 1994 ersetzte diese Sesselbahn einen Schlepplift von Skima und eine Sesselbahn von Müller. Genau an der hier sichtbaren Stelle befanden sich die Bergstation des Schlepplifts und die Talstation der Sesselbahn. Beim Ersatz spendierte man der neuen Anlage an diesem Ort eine einseitige Mittelstation, die aber nach nur wenigen Jahren schon wieder ausgebaut wurde.

Chummenbühl – der erste Skihügel in Obersaxen

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Mein nächstes Ziel ist aber erst einmal der Schlepplift Chummenbühl. Dies ist der Ort, an dem in Obersaxen in Sachen Skisport alles begann. Eine leichte Schleppliftanlage von Theo Brunner läutete an diesem Hügel den Skisport Mitte der 50er Jahre ein. Schon 1961 erfolgte der Ersatz durch einen Schlepplift von Skima, 1975 folgte das noch heute bestehende Exemplar von Garaventa. Die Langbügel sind allerdings ebenso wenig original wie die nachgerüstete erste Stütze.

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Trotzdem ist der Lift ein schönes Exemplar und als Übungslift bestens geeignet. Auch als Zubringer in das restliche Gebiet dient er und besitzt einen grossen Parkplatz an der Talstation.

Die Sesselbahnen Meierhof – Kartitscha – Stein

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Zurück in Richtung Stein geht es nun mit der bereits angesprochenen Sesselbahn Meierhof-Kartitischa.

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Bis zur ehemaligen Mittelstation ist die Strecke flach, danach geht es deutlich steiler den Berg hinauf. Durch den Ausbau der Mittelstation gibt es heute übrigens keine Stütze mehr mit der Nummer 8.

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Kartitscha kommt in Sicht und damit auch die dritte fix geklemmte Sesselbahn aus dem Hause Städeli.

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1988 ersetzte diese Anlage ein Exemplar aus dem Hause Müller zur Kapazitätssteigerung. Die Bahn ist weitgehend baugleich mit der drei Jahre älteren Sesselbahn Wali-Stein und besitzt ebenso ein Förderband.

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Auch die Trassierung ist recht ähnlich, mit einem steilen Beginn und einer in der Folge immer flacheren Seilführung.

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Langsam aber sicher kommen auch die anderen Anlagen auf dem Stein in Sicht. Besonders prominent natürlich der Anlass meines Besuchs, der Schlepplift Gischniga-Stein.

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Das Ganze von der Bergstation aus gesehen.

Wenig erfreuliche Neuerscheinung in Misanenga

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Die Sesselbahn Gischniga-Stein mag zwar im letzten Sommer noch nicht gebaut worden sein, eine andere dafür schon. Die Sesselbahn Misanenga-Untermatt ersetzte einen Schlepplift aus dem Hause Garaventa auf gleicher Trasse. Unschwer erkennbar trägt auch der Nachfolger die Firmenschilder aus Goldau.

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Die Strecke ist weitgehend uninteressant, technische Besonderheiten besitzt die Bahn auch nicht und hat auch noch die unsäglichen Fussraster gepaart mit Sitz-Trennelementen. Einmal gefahren und tschüss!

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Schlagzeilen machte die Bahn in den vergangenen Monaten vor allem, weil sie keine Bewilligung zum Transport von Fussgängern oder für die Talfahrt besitzt. Für mich ist die Aufregung nicht wirklich nachvollziehbar, denn diese Möglichkeit bot der Schlepplift zuvor ja auch nicht.

600 Höhenmeter Schlepplift – auf ein Neues!

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Fussgängertransport hin oder her – ich widme mich sowieso lieber schnell wieder dem Schlepplift Gischniga-Stein.

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Auch diesmal ist die Fahrt wieder ein Genuss.

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Nach weiteren umfangreichen Film- und Fotoaufnahmen mache ich über den Stein noch ein weiteres Mal auf zur Südseite.

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Auch diesmal führt die zugehörige Abfahrt nach Vella wieder fernab jeglicher touristischer Infrastruktur ins Tal. Genial!

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Beim Blick zurück wird deutlich, wie exponiert und kompromisslos man die Bergstation des Schlepplifts Gischniga auf dem Gipfel platziert hat. Die Sesselbahn wird vermutlich an der heutigen Ausstiegsstelle enden.

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Auch der Piz Mundaun sticht auf dem Hitzeggen prominent ins Auge. Noch vor 20 Jahren konnte man hier genau auf die Kurve und den oberen Teil des einstigen Bühler-Schlepplifts blicken.

Nachmittäglicher Abstecher nach Sasolas

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Mit einem noch existenten Schleppliftexemplar des Berner Herstellers führt mich der Weg zum Tagesabschluss noch einmal in den Sektor Plitschès.

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Mein Ziel ist natürlich erneut der Schlepplift Sasolas, der nun am Nachmittag bereits mehrheitlich im Schatten des Piz Mundaun liegt.

Tagesausklang in Valata

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Alle Anlagen müssen natürlich gefahren sein, und dazu zählt auch der Übungslift Valata. 1986 erstellte die Firma Städeli diese kurze und extrem leichte Anlage.

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Die Einstiegsstütze ist so niedrig, dass ich den Kopf einziehen muss, um nicht gegen die Rollenbatterien zu stossen!

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In der Kürze liegt die Würze, dachte man sich wohl, als man die Masten mit Flutlicht ausstattete. Seither gibt es an dem Hang auch Nachtski, was aber wohl vorrangig ein Vergnügen für die Kleinsten sein dürfte.

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Leider schliessen die Anlagen bereits um 16 Uhr, sodass es trotz Verzicht auf eine Mittagspause nur noch für eine Fahrt mit der Sesselbahn nach Cuolm Sura reicht.

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Auf der Fahrt kommen mir unzählige Fussgänger, Skistöcke, Schuhe und Schlitten entgegen. Und bei jeder Ankunft in der Talstation verlangsamt die Bahn. Die Bergfahrt wird zu einer Geduldsprobe. Fast 25 Minuten dauert es, bis ich endlich die Bergstation erreiche. Mühsam!

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So wähle ich diesmal eine mir noch unbekannte Variante der Talabfahrt und beschliesse den Tag mit einem Foto der Sesselbahn Cuolm Sura.

Fazit

Elf Jahre nach meinem ersten Besuch in Obersaxen kann ich ein weitaus erfreulicheres Fazit ziehen. Seinerzeit war ich aufgrund der fragwürdigen Pistenpräparierung doch stark enttäuscht. Vieles war aber auch der damals schlechten Schneelage geschuldet. Diesmal ist die Schneesituation deutlich besser, was sich auch in der weitaus besseren Befahrbarkeit der Pisten widerspiegelt. Besonders der Bereich um den Piz Mundaun und Gischniga ist mit seinen langen, coupierten Abfahrten und kurvenreichen Pisten sehr abwechslungsreich. Deutlich fällt dagegen der Sektor Kartitscha-Misanenga-Meierhof ab. Wenig spannende Abfahrten und dazu die typische Kunstschneebeeisung machen das Fahren hier weitgehend uninteressant.

Rätselhafterweise ist die Präparierung auch heute noch teilsweise merkbar schlechter als in anderen Skigebieten, aber durchaus akzeptabel. Was weitaus positiver in Erinnerung bleibt, ist der einmalige Charakter des Skigebiets mit seinen Wechselmöglichkeiten zwischen Nord- und Südseite. Die Abfahrt um den Piz Mundaun herum nach Sasolas, die abwechslungsreiche Piste vom Stein nach Vella sowie die lange und landschaftlich reizvolle Abfahrt vom Piz Sezner ins Val Lumnezia sind gute Gründe, wieder einmal vorbeizuschauen. Nirgendwo sonst ist mir bis dato ein Skigebiet untergekommen mit derart vielen Pisten, bei denen zum Wiedererreichen des Ausgangspunkts mehrere Liftanlagen benutzt werden müssen. Das stetige Wechseln zwischen Nord- und Südseite macht den Skitag spannend und abwechslungsreich.

Felix ist Fotograf und Autor, spezialisiert auf Landschafts- und Reisefotografie und zu Hause im Saarland und der ganzen Welt. Wenn er nicht gerade in der Natur oder den Bergen unterwegs ist, schreibt er hier über seine Reisen, die Fotografie oder über sein liebstes Fortbewegungsmittel, die Seilbahn.

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