Korblift Laveno – Monte Sasso del Ferro am Lago Maggiore

Der Langensee – besser bekannt unter seinem italienischen Namen Lago Maggiore – ist einer der grössten Seen im nördlichen Italien. Das milde Klima und die vielen Sonnenstunden locken schon seit jeher zahllose Touristen in die Städte rund um das Ufer. Den vielleicht schönsten Ausblick auf den See erhält man bei einer Fahrt mit der Funivia di Laveno. Einem Korblift, der von Laveno-Mombello den Monte Sasso del Ferro erschliesst.

Laveno am Lago Maggiore

Laveno liegt am östlichen Ufer des Lago Maggiore und entstand im Mittelalter als Fischerdorf. Heute besitzt der Ort nicht zuletzt wegen der Fährverbindung über den See nach Intra auf der Westseite eine grosse verkehrstechnische Bedeutung. Unweit des Fährterminals trifft man in einer Seitenstrasse etwas versteckt auf die Talstation der Seilbahn. Das Gebäude stammt noch aus dem Jahr 1964, als hier die erste Anlage auf der Strecke eröffnet werden kann. Konstrukteur ist seinerzeit die Bozener Firma Telemeccanica Atesina, die einen der für Italien damals typischen Korblifte erstellt. Bei diesen nimmt der Fahrgast in der Talstation einen kleinen Anlauf, um dann von hinten in den Korb zu springen. Zwei Gäste können so in einem Fahrbetriebsmittel zur Bergstation schweben. Dort geht es in umgekehrter Reihenfolge wieder aus dem Korb hinaus. Eine Tür an der Rückseite sorgt dafür, dass die Fahrgäste unterwegs nicht unfreiwillig aussteigen.

Die ursprüngliche Anlage erreicht nach vier Jahrzehnten das Ende ihrer Lebensdauer und wird 2005 endgültig eingestellt. Wie es in Sachen Seilbahn in Laveno weitergehen soll, ist lange Zeit unklar. Im letzten Moment kann jedoch ein Fonds der Provinz Varese ausgezahlt werden, was den Weg hin zu einem Neubau ebnet. Mit dem Bau beauftragt wird die Firma CCM, die die Bahn im Winter 2005/2006 unter Beibehaltung der Stationsgebäude erneuert.

Luftige Fahrt auf den Monte Sasso del Ferro

Auf den ersten Blick erstaunlich ist die Tatsache, dass nicht wie an vielen anderen Orten eine klassische Sessel- oder Kabinenbahn entsteht, sondern erneut ein Korblift. Bei genauerem Hinsehen liegen die Vorteile dieses Seilbahntyps aber auf der Hand. Ein Korblift ermöglicht allen Gästen ein uneingeschränktes 360°-Panorama während der Fahrt. In Laveno kann dieses Potenzial mit den spektakulären Tiefblicken auf den See voll ausgeschöpft werden. Um aber auch bei schlechter Witterung eine komfortable Transportmöglichkeit bereitzustellen, wird jedes dritte Betriebsmittel als geschlossene Kabine ausgeführt. Die Seilbahn in Laveno bietet damit das Beste aus beiden Welten.

Bei schönem Wetter empfiehlt es sich aber natürlich, mit den offenen Körben zu fahren. Auf diese Weise lässt sich der Ausblick in vollen Zügen geniessen und auch die Fahrt ansich ist eine Nummer spektakulärer als in einer geschlossenen Kabine. Nicht zuletzt, weil die Strecke fast durchgehend steil den Berg hinaufgeht. 730 Höhenmeter überwinden die Körbe auf gerade einmal 1,5 Kilometern Strecke. Wegen des ungewöhnlichen Ein- und Aussteigeprozesses verkehrt die Anlage verhältnismässig langsam. Die Fahrgeschwindigkeit beträgt lediglich 1,5 m/s, die Fahrzeit beläuft sich auf eine gute Viertelstunde. Angetrieben wird die Bahn wie ihr Vorgänger von der Bergstation aus, die Abspanneinrichtung für das Förderseil befindet sich im Tal.

Eine Fahrt mit der Seilbahn von Laveno zur Bergstation Poggia Sant’ Elsa lohnt sich allein schon wegen der Aussicht auf den Lago Maggiore. Als einer der letzten echten Korblifte der Alpen ist die Bahn aber auch wegen des Fahrterlebnisses selbst in jedem Fall eine Reise wert.

Schreibe einen Kommentar

Sicherheitsabfrage *