Packliste für Reisefotografen & Landschaftsfotografie

„Ich müsste mir endlich mal eine Liste anlegen und abhaken, was ich dabei habe“, fluche ich leise vor mich hin. Der Weg führt steil nach oben, der schwere Rucksack zieht mich wieder in Richtung Tal. Stativ, Objektive und Kamera-Zubehör haben ein stattliches Gesamtgewicht. Deshalb merke ich auch nicht, dass ich schon wieder etwas vergessen habe. Erst als ich meine Kamera in Position gebracht habe, fällt es mir auf. Mein Fernauslöser, den ich für eine Zeitrafferaufnahme brauche, liegt noch im Auto.

Landschaftsfotografie erfordert eine Menge an guter Planung. Und auch an Zubehör. Damit es dir nicht so ergeht wie mir am Cape Palliser in der neuseeländischen Wildnis, habe ich eine Packliste für die Landschaftsfotografie auf Reisen angelegt. Mit allem Zubehör, das ich regelmäßig nutze. Zum Ausdrucken und Abhaken. Auf dass beim nächsten Abenteuer kein wichtiger Bestandteil fehlt!

Sonnenaufgang über den Gorges du Verdon

Rucksack

Ok, den ganzen Rucksack wird man vermutlich nicht einfach so vergessen. Aber ein gutes Transportmittel für Kamera und Objektive ist vielleicht der wichtigste Ausrüstungsbestandteil. Ich nutze für Tagestouren in der Regel einen Fotorucksack mit abgetrenntem Daypack für Zubehör, Jacke und Verpflegung. Auf mehrtägigen Wanderungen steige ich auf einen großen Trekkingrucksack und eine Hüfttasche um. Auf diese Weise kann ich die Kamera schnell erreichen, ohne immer den schweren Rucksack absetzen zu müssen. Meine Empfehlungen für Rucksäcke und Taschen auf Reisen findest du hier!

Kamera & Objektive

Der wichtigste Bestandteil der Ausrüstung ist – logisch – die Kamera samt Objektiven. Bist du noch auf der Suche nach der passenden Kamera für Reise- und Landschaftsfotografie? Dann wirf einmal einen Blick in meine Kamera-Kaufempfehlungen. Und wenn du noch unschlüssig bist, welche Objektive für die in Frage kommen, schau mal hier vorbei.

Drohne

Für die Landschaftsfotografie selbst ist eine Drohne natürlich nicht erforderlich. Da ich aber gerne Geschichten hinter meinen Fotos erzähle, kommt eine Drohne für Videoaufnahmen immer häufiger mit auf meine Abenteuer. Inzwischen gibt es vom Marktführer DJI eine ganze Palette an reisetauglichen Drohnen, die wenig Platz wegnehmen und sehr leicht sind. Ich selbst nutze noch eine Mavic Pro der ersten Generation*. Der Nachfolger ist aber schon einige Zeit auf dem Markt und zudem gibt’s eine Reihe an kleineren und noch leichteren Drohnen.

Filter

Als bekennender Freund von Langzeitbelichtungen habe ich immer mehrere Filter im Gepäck. Darunter einen Polfilter* und zwei Graufilter* mit unterschiedlicher Stärke.

Stativ

Des Landschaftsfotografen liebstes, aber auch schwerstes Werkzeug – das Stativ. Egal ob Langzeitbelichtungen, Milchstraßenfotografie oder einfach nur ein Sonnenuntergang mit ansprechender Bildkomposition. Ein Stativ gehört in das Gepäck eines jeden ambitionierten Landschaftsfotografen. Doch ein Stativ muss nicht unbedingt ein schwerer Brocken sein. Gerade auf Reisen gibt es zahlreiche leichte Alternativen. Welche das sind, erfährst du in meiner Stativ-Kaufberatung für Reisefotografen.

L-Winkel

Ein L-Winkel ersetzt die Platte zur Befestigung der Kamera am Stativ. Durch dieses Utensil lässt sich die Kamera mit einem Handgriff von waagerechter in senkrechte Position verschieben. Das ist ausgesprochen praktisch, denn mit dem L-Winkel entfällt das mühsame Ausrichten der Kamera für Hochformataufnahmen.

Powerbank

Kamera-Akkus halten nicht ewig und gerade in der Natur kann es schwierig werden, neuen Strom zu zapfen. Eine Powerbank ist dann der Retter in der Not. Nicht allzu schwer, schnell aufladbar und mit genügend Saft für mehrere Tage in der Wildnis. Ein Muss für alle, die schon mal mit leerem Akku gestrandet sind. Empfehlungen für Powerbanks findest du hier.

Taschenlampe / Stirnlampe

Das beste Licht für Landschaftsfotografie gibt’s am frühen Morgen und zum Sonnenuntergang. Und in den seltensten Fällen ist man direkt am anvisierten Foto-Standort. Dann heißt es durch die Dunkelheit laufen. Eine Taschenlampe darf daher keinesfalls im Gepäck fehlen. Oder noch besser eine Stirnlampe, um beide Hände frei für andere Sachen zu haben.

Ladegerät

Glücklicherweise lassen sich die meisten Kameras heute direkt per USB aufladen, was auf Reisen ein unschätzbarer Vorteil ist. Trotzdem ist dafür natürlich ein Kabel erforderlich, das seinen Platz im Rucksack haben muss. Und da es für die proprietären Kamera-Akkus schwierig werden kann, ein passendes Ladegerät am Urlaubsort zu kaufen, solltest du lieber zwei Mal prüfen, ob du ein passendes Gerät dabei hast.

Graukarte

Eine Graukarte nutze ich ab und an, um den Weißabgleich manuell in der Kamera festzulegen. Da ich in Raw fotografiere und den Weißabgleich auch später am Rechner noch anpassen kann, verwende ich dieses Zubehör aber immer seltener. Doch die Graukarte ist so klein und leicht, dass sie noch immer ihren festen Platz im Gepäck hat. Und von Zeit zu Zeit, wenn die Weißabgleich-Automatik der Kamera nicht so will wie ich, ist sie dann doch immer wieder hilfreich.

Mikrofon

Für die reine Landschaftsfotografie ebenso wenig erforderlich wie eine Drohne. Wer aber gerne filmt und z. B. das Rauschen der Wellen am Strand ohne störende Windgeräusche aufnehmen will, kommt um ein externes Mikrofon nicht herum. Meine Empfehlungen für Mikrofone auf Reisen findest du hier.

Lac d'Aubert im Nationalpark Pyrenäen

Speicherkarten

Es gibt vermutlich nichts Schlimmeres als die Fehlermeldung, dass keine Speicherkarte in die Kamera eingelegt ist. Ohne Speicherkarte keine Fotos. Insofern sollte man sich besser mehrfach versichern, dass zumindest im Rucksack irgendwo ein „Notgroschen“ herumliegt. Meine Empfehlungen für die besten Speicherkarten auf Reisen findest du hier.

Handschlaufe

Mit größeren Kameras wird in der Regel ein Gurt geliefert, um sich die Kamera um den Hals zu hängen. Meistens mit entsprechendem Logo und Typenbezeichnung der Kamera, um jedem Langfinger zu signalisieren: Hier gibt’s was zu holen! Dieser Gurt bleibt bei mir seit jeher unberührt im Karton. Ich verwende an all meinen Kameras stattdessen eine Handschlaufe. Die flattert auf dem Stativ nicht im Wind und sieht zudem auch noch äußerst stilvoll aus.

Fernauslöser

Der gute alte Fernauslöser. Seit Anbeginn der Fotografie ist er ein häufig genutztes Utensil. Für Zeitrafferaufnahmen habe ich ihn lange Jahre genutzt. Mittlerweile besitzen aber nahezu alle Kameras eine entsprechende Software, die bei Intervallaufnahmen den Fernauslöser als Taktgeber ersetzt. Um Langzeitbelichtungen nicht durch das Drücken des Auslösers zu verwackeln, verwende ich ihn aber auch heute noch.

Reinigungsset & Mikrofasertuch

Wenn spiegellose Kameras einen Nachteil gegenüber Spiegelreflexkameras haben, dann die Tatsache, dass der Sensor schneller dreckig wird. Ein Reinigungsset mit Blasebalg und Sensorreinigungskit* ist daher immer in meinem Rucksack. Genauso wie ein Mikrofasertuch*, um die Objektiv-Frontlinsen zu reinigen.

Laptop

Wer unterwegs Fotos bearbeiten oder sichern will, der kommt um einen Laptop nicht herum. Meine Empfehlungen für Reise-Laptops findest du aufgeschlüsselt nach Zielgruppen in diesem Beitrag.

Festplatten & Backup-Tools

Wenn ich nicht gerade ultraleicht unterwegs sein will und nur ein Backup mithilfe von Dual Card Slots mache, habe ich neben dem Laptop auch zusätzliche Backup-Tools mit an Bord. Externe Festplatten sind verhältnismäßig leicht und fassen jede Menge Daten. Wenn du keinen Laptop mitführst, bietet sich zum Sichern von Fotos auch ein Kartenleser mit Backup-Funktion an. Weitere Ideen findest du in diesem Beitrag.

Smartphone

Die Allzweckwaffe darf natürlich auch nicht fehlen. Ob Navigation, Wettervorhersage oder Simulation des Sternenhimmels, das Smartphone ist für Landschaftsfotografen ein unschätzbares Hilfsmittel.

Handschuhe

Oft unterschätzt, aber außer im Hochsommer dringend empfohlen. Handschuhe* braucht man in der Landschaftsfotografie zu fast jeder Jahreszeit, denn früh morgens und spät abends wird es auch an sonst warmen Tagen empfindlich kalt.

Mückenschutz

Je nach Region und Jahreszeit ist ein Mückenschutz* sehr empfehlenswert. Speziell bei Langzeitbelichtungen am Wasser!

Taschenmesser

Wenn das Smartphone die Software-Allzweckwaffe ist, dann ist das Taschenmesser die Hardware-Variante davon. Eine Auflistung der Situationen, in denen mir ein Taschenmesser bei der Landschaftsfotografie den Allerwertesten gerettet hat, würde hier den Rahmen sprengen.

Wie sieht deine Fototasche auf Reisen aus? Habe ich etwas Wichtiges in meiner Auflistung vergessen oder hast du eine Empfehlung für ein bestimmtes Zubehörteil? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

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